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Aufgabenbereiche

Der Psychologische Dienst ist in nahezu allen Organisationsbereichen der Bundeswehr vertreten.

Wehrpsychologie wird seit Aufstellung der Bundeswehr durch Psychologinnen, Psychologen und psychologisches Assistenzpersonal in zahlreichen Anwendungsbereichen betrieben. Der Psychologische Dienst der Bundeswehr ist inzwischen der zweitgrößte Arbeitgeber für psychologisches Fachpersonal in Deutschland. Die Einsatzorte sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt.

Personalpsychologie

Die Personalpsychologie stellt mit dem Einsatz wissenschaftsbasierter Verfahren den fachlich-psychologischen Anteil an der Personalauswahl und -entwicklung sicher. Wehrpsychologinnen und Wehrpsychologen am ACFüKrBw und den Karrierecentern mit Assessment wirken an der Auswahl des Personals für die militärischen und zivilen Laufbahnen und Verwendungen mit. Weiterführende Diagnostik für Spezialpersonal (Luftfahrzeugführer, Flugsicherung, Kampfschwimmer, Minentaucher etc.) findet an den jeweils zuständigen Dienststellen statt. Zum Aufgabenumfang gehören weiterhin die Durchführung von Assessmentcentern im Rahmen von Aufstiegsverfahren und weiteren Personalentwicklungsmaßnahmen.

Psychologische Expertise für methodische Grundlagenerarbeitung wie Normierungen, Validierungen und Bewährungskontrollen, zur Bereitstellung der notwendigen Softwareunterstützung sowie zur Ausbildung von Mitgliedern der Auswahlkommissionen steht im BAPersBw zur Verfügung.

Organisationspsychologie

Die Organisationspsychologie setzt Analyseinstrumente wie z. B. Mitarbeiterbefragungen ein, um aussagefähige Beiträge für die Führungs- und Organisationsberatung zu liefern. Wehrpsychologinnen und Wehrpsychologen entwickeln und evaluieren die Befragungsinstrumente, werten die Befragungsergebnisse aus, leiten Empfehlungen ab und erstellen Berichte und Vorträge für das BMVg und den nachgeordneten Bereich. Zudem wird ein bundeswehrinternes Feedbacksystem etabliert.

Psychologie in der Lehre

Im Bereich der Lehre bzw. Aus- und Fortbildung tätige Wehrpsychologinnen und Wehrpsychologen sind an bundeswehreigenen Ausbildungseinrichtungen als Dozenten und Trainer eingesetzt. Der Aufgabe, militärisches Personal in der Menschenführung unter Belastung weiterzubilden, kommt eine zentrale Bedeutung zu. Weitere Ausbildungsthemen sind z. B. Kommunikation und Gesprächsführung, Belastungs- und Stressmanagement, Umgang mit extremen Belastungen und Verhalten in Extremsituationen sowie interkulturelle Kompetenz.

Psychologische Ergonomie

Ergonomisch arbeitende Wehrpsychologinnen und Wehrpsychologen wirken bei der Planung, Entwicklung und Erprobung von Wehrmaterial mit. Sie verfolgen das Ziel, das Zusammenwirken von Mensch, Maschine und Einsatzumgebung so aufeinander abzustimmen, dass eine bestmögliche Systemwirksamkeit ohne Über- oder Unterforderung oder sonstige Schädigung des Menschen erreicht wird. Hierzu bewerten sie die Auswirkungen der Materialgestaltung auf den Menschen in psychischer, psychophysiologischer, organisatorischer und technischer Hinsicht. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen u. a. in Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen ein.

Klinische Psychologie

Der Einsatz als Klinische/-r Psychologe/-in in der Bundeswehr setzt neben dem Abschluss Diplom oder Master in Psychologie die Approbation in einem der Richtlinienverfahren Tiefenpsychologie, Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie voraus. Klinische Psychologinnen und Psychologen werden vorwiegend in der ambulanten und stationären Diagnostik und Therapie an den Bundeswehrkrankenhäusern in Berlin, Hamburg, Koblenz, Ulm und Westerstede sowie am Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck und am Schifffahrtsmedizinischen Institut der Marine in Kiel eingesetzt. Sie arbeiten u. a. mit ärztlichem Personal, mit Personal des Sozialdienstes der sowie mit medizinischem Fachpersonal interdisziplinär zusammen. Diagnose- und Therapieschwerpunkte bilden dabei Angst- und Anpassungsstörungen, Suchterkrankungen, Depressionen, suizidale Krisen und Störungsbilder nach schwerwiegenden Belastungserlebnissen.

Truppenpsychologie

Die Truppenpsychologie unterstützt im Rahmen von lösungsorientierter und vorausschauender Führungsberatung die militärischen Vorgesetzten mit psychologischer Fachexpertise in der Auftragserfüllung und zur Erhaltung und Steigerung der Durchhaltefähigkeit der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz und in der Heimat.

Alle Organisationsbereiche der Streitkräfte (Heer, Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst) haben von der Ebene des Kommandos bis hin zum Verband truppenpsychologische Strukturen ausgebracht, sodass die Truppenpsychologinnen und -psychologen die folgenden Bereiche des truppenpsychologischen Auftrags erfüllen:

  • Führungsberatung
  • Begleitung, Vor- und Nachbereitung von Auslandseinsätzen
  • Unterrichte und Trainings zu psychologischen Themen
  • Einzelfallberatung für Soldatinnen und Soldaten sowie deren Angehörige bei persönlichen und/oder dienstlichen Problemen
  • Psychologische Krisenintervention nach kritischen Ereignissen
  • Eignungsfeststellung von Spezialkräften
  • Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst, der Militärseelsorge und dem Sanitätsdienst sowie der Familienorganisation

Die Auslandseinsätze nehmen im Aufgabenspektrum der Bundeswehr einen herausragenden Stellenwert ein. Vor dem Hintergrund der besonderen Belastungen, die mit einem Auslandseinsatz verbunden sind, kommt der truppenpsychologischen Begleitung von Auslandseinsätzen eine besondere Bedeutung zu. Bevor sich die Truppenpsychologinnen und -psychologen der Herausforderung einer mehrmonatigen Einsatzbegleitung stellen, werden sie in mehreren Lehrgängen intensiv (fachpsychologisch und militärisch) auf ihren Einsatz vorbereitet.