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Drei Soldaten schieben eine Verletztentrage in den Einstatzwagen
Ein Rettungsfahrzeug begleitet im Einsatz eine Patroullie

Rettungsfahrzeug im Einsatz

Foto: © Bundeswehr / Bock

Kein Einsatz ohne "SIE"

Ob Notfallmediziner, Notfallsanitäter beziehungsweise Rettungsassistent oder Einsatzsanitäter oder auch Bergretter – bei allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr sind die „Lebensretter“ dabei. Im Heimatland sind sie als Besatzungen der luft- und bodengebundenen Rettung der Bundeswehrkrankenhäuser in das zivile Rettungssystem eingebunden. In der Ersthelfer-Ausbildung geben die Experten der „Lebensrettung“ den Soldatinnen und Soldaten die Grundlagen, damit aus sie im Notfall richtig handeln können.


Die beweglichen Arzttrupps (BAT) und die Rettungstrupps (RettTrp) sind als Teil der sanitätsdienstlichen Einsatzunterstützung bei landgebundenen Operationen das Bindeglied zwischen dem Ort der Verwundung und der Behandlungsebene 1, bei der die allgemein- und notfallmedizinische Erstversorgung erfolgt. Die Notfallmediziner und –sanitäter, sowie Rettungsassistenten und Einsatzsanitäter sind ein Garant dafür, dass den erstversorgten Verwundeten eine bestmögliche sanitätsdienstliche Versorgung von Anfang an zukommt. Dabei gilt die Leitlinie für die sanitätsdienstliche Versorgung im Auslandseinsatz, dass ein Behandlungsergebnis, das qualitativ dem fachlichen Standard in Deutschland entspricht, gewährleistet wird. Die „Lebensretter“ sind in ihren Arzt- und Rettungstrupps mit moderner Medizintechnik ausgerüstet. „Militärische Operationen sind ohne eine funktions- und leistungsfähige sanitätsdienstliche Versorgung nicht vorstellbar. Eine besonders hervorgehobene Verantwortung tragen dabei stets unsere an vorderster Linie eingesetzten Sanitätstrupps“, sagt der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Michael Tempel, und drückt damit seine Wertschätzung für die Leistungen der „Lebensretter“ aus.


Drei Soldaten schieben eine Verletztentrage in den Einstatzwagen

Notfallmediziner

Foto: © Bundeswehr / Pulpanek

Kompetenz-Erwerb – Kompetenz-Erhalt

Das auf den BATs und RettTrps eingesetzte Sanitätspersonal verfügt über eine hohe fachliche Kompetenz, das es sich bei einer umfangreichen Ausbildung erworben hat. Zum „Kompetenzerwerb und –erhalt“ nehmen die Notfallmediziner und –sanitäter, sowie Rettungsassistenten und Einsatzsanitäter an der zivilen Notfallrettung und –versorgung teil. Dies erfolgt entweder über die in das zivile Rettungssystem eingebundenen Bundeswehrkrankenhäuser oder durch die Teilnahme an Praktika im zivilen Rettungsdienst. Zudem ist die Aus- und Weiterbildung des sanitätsdienstlichen Fachpersonals, aufgrund des möglichen Spektrums an Verletzungs- und Verwundungsmustern, auch auf wehrmedizinische Kompetenzen sowie die besonderen Rahmenbedingungen des Einsatzes von Streitkräften ausgerichtet.

Die Rettungsassistenten der Bundeswehr müssen, aufgrund des seit 1. Januar 2014 in Kraft getretenen Notfallsanitätergesetzes, bis Ende 2020 zum Notfallsanitäter weiterqualifiziert werden. Dabei ist es unerheblich, ob sie ihre Ausbildung als zivilberufliche Aus- und Weiterbildung bei der Bundeswehr absolviert oder sich als ausgebildeter Rettungsassistent bei den Streitkräften verpflichtet haben. Mit der Weiterqualifizierung erwerben die Notfallsanitäter ein fundiertes Wissen, aufgrund dessen sie beispielsweise verschiedene, freigegebene Medikamente eigenverantwortlich verabreichen dürfen.


Zwei Soldaten üben die Behandlung an einer verwundeten Puppe

Sanitätsausbildung

Foto: © Bundeswehr / Pulpanek

Ersthelfer-Ausbildung

Doch nicht nur im Notfall treffen wir auf die „Lebensretter“. Bei der Aus- und Weiterbildung zum Einsatzersthelfer A vermittelt sie jedem Bundeswehrangehörigen die Grundlagen der Ersten Hilfe (Selbst- und Kameradenhilfe). Damit ist bei allen Soldaten der Grundstein gelegt, um im Notfall „Leben“ retten zu können. Eine besondere Qualifizierung stellt die Weiterbildung von Soldatinnen und Soldaten zum Einsatzersthelfer Bravo dar. Dabei werden die zu Qualifizierenden beispielsweise mit den Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgerüstet, um Atemwegssicherungen mit Güdel- und Wendeltubus, sowie Thoraxentlastungspunktion beim Spannungspneumothorax, durchführen zu können. Für den ein oder anderen Auszubildenden erfordert dies ein hohes Maß an Selbstüberwindung, die gelernten Handgriffe in der Praxis anzuwenden.

Autor: Knut Klein