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Marinesicherungssoldaten fahren in einem Speedboot
Oberbootsmann Jannis W. steht am Heck der Korvette unterhalb des Flaggenmastes und lächelt in die Kamera

Oberbootsmann Jannis W. ist für vier Monate auf der Korvette „Magdeburg“ als Teamführer des 12-Mann starken Bordeinsatzteams eingesetzt

Foto: Bundeswehr / PAO UNIFIL

Ein Marineinfanterist und sein Bordeinsatzteam

Mein Name ist Jannis W., ich bin 27 Jahre alt, Oberbootsmann und Soldat auf Zeit für 14 Jahre. Nach Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife bin ich im Jahr 2010 in die Marine eingetreten. Als Marineinfanteriegast war ich in der Marineunteroffizierschule in Plön bei den Übungs-Anlagen für die Infanterie eingesetzt. Nach meiner Bewerbung als Bootsmannanwärter landete ich in der damaligen Boardingkompanie, welche später zur Bordeinsatzkompanie wurde.

Hier im Einsatz bin ich Teamführer eines Bordeinsatzteams, bestehend aus bis zu zwölf Soldaten. Unser Hauptauftrag ist die Ausbildung der libanesischen Marine. Meine Aufgabe besteht darin, Boardingoperationen durchzuführen. Dies beginnt mit einer Funkabfrage des Handelsschiffs bis hin zu einem Boarding.

Auf der Korvette Magdeburg bin ich als Sicherungselement eingesetzt und trage mit zum Schutz gegen feindliche Speedboote bei. An Land habe ich die Aufgabe, Check-Points zu betreiben und .beim An- und Ablegen der Marineschiffe zu unterstützen.

Jannis W. beobachtet hinter einem Maschinengewehr MG3 stehend den Hafen von Beirut

Wachsame Augen: Beim Einlaufen in den Hafen von Beirut achtet das Team auf mögliche Auffälligkeiten und Bewegungen

Foto: Bundeswehr / PAO UNIFIL

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Bei der seeseitigen Absicherung der Korvette „Magdeburg“ koordiniere ich meine Soldaten an den verschiedenen Waffen an Oberdeck. Dazu gehört zum Beispiel das schwere Maschinengewehr und das Maschinengewehr MG3. Mit meinem Team schützen wir die Korvette vor terroristischen Bedrohungen. Ebenfalls stellen wir einen Teil der Wache in den Häfen. Der Personentransfer zu Flughäfen oder Veranstaltungen in den Häfen gehört ebenfalls zu meinen Aufgaben.

Daneben unterstütze ich an Bord, wo ich kann, sei es bei der Schießausbildung der Besatzung oder der Einweisung und Ausbildung an den Handwaffen. Auch das Umschulen der Besatzung auf das neue Schießausbildungskonzept gehört zu meinen Aufgaben an Bord. Natürlich gehören auch die Instandhaltung und Pflege der Waffen dazu. Zusätzlich helfe ich dem Artilleriewaffenmeister bei Wartungsarbeiten an den Marineleichtgeschützen oder beim Munitionsumschlag.

Das Sturmgewehr G36 auf der Reeling abgestützt sichert der Teamführer mit der Waffe seine Kameraden

Gemeinsam mit seinem Team sichert der Führer des Bordeinsatzteams die Korvette seeseitig ab – ungewollt gelangt hier niemand in die Nähe

Foto: Bundeswehr / PAO UNIFIL

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich meine Familie und Freunde in Deutschland. Auch dasnorddeutsche Wetter fehlt mir, denn es ist gewöhnungsbedürftig, über die Weihnachtszeit immer noch strahlend blauen Himmel und Temperaturen von 22°C zu haben. Darüber hinaus kommt die Privatsphäre im Einsatz leider oft zu kurz. Man kann in den Häfen zwar an Land gehen, aber einen Ort der Ruhe gibt es, wenn man auf See ist, eher nicht

Das sind meine Pläne, meine Wünsche.

Mein Ziel ist es, in die Laufbahn der Offiziere zu wechseln, um Hubschrauberpilot auf dem „Sea Lynx“ zu werden. Dafür konnte ich schon viel Erfahrung beim „Fastropen“ (Abseilen aus dem Hubschrauber) mit dem Luftfahrzeug sammeln.

Autor: Jannes W.