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Das fliegende Auge - als Doorgunner in der CH-53

Ein Soldat mit Helm sitzt in der hinteren Bordluke an einem Maschinengewehr.

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Der Bundeswehr-Doorgunner

Ein Soldat sitzt hinter einem Maschinengewehr in der Ladeluke eines Hubschraubers.

Oberstabsgefreiter Marco B. an seinem täglichen Arbeitsgerät: dem schweren Maschinengewehr M3M.

Foto: © Bundeswehr/TAAC-N PAO NCO

Das fliegende Auge - als Doorgunner in der CH-53

Grüß Gott und Servus, mein Name ist Marco B., ich bin 27 Jahre alt und Oberstabsgefreiter im Hubschraubergeschwader 64 in Laupheim. Mein Arbeitsplatz ist der Transporthubschrauber CH-53.

Vor meiner Bundeswehrzeit arbeitete ich als Kfz-Mechatroniker. Hätte mir damals jemand gesagt: „Du beschützt irgendwann einmal das Personal und Material in einem Hubschrauber“, hätte ich ihn wohl für verrückt erklärt. Mittlerweile fliege ich seit sechs Jahren im Laderaum einer CH-53 als Bordsicherungssoldat mit.


Ein Soldat sitzt mit dem Maschinengewehr auf der offenen Laderampe eines fliegenden Hubschraubers.

Sitzend auf der offenen Laderampe der CH-53 beobachtet der Doorgunner den zu überfliegenden Geländeabschnitt.

Foto: © Lars Koch

Das schwere Maschinengewehr M3M ist auf der Waffenstation inner­halb des Hubschraubers CH-53 montiert. Dort ist es meine Aufgabe, den Hubschrauber und die Besatzung zu schützen. Hier in Afghanistan gehöre ich unter anderem zur sogenannten MedEvac -Crew. Sollte bei einem Notfall irgendwo ein Sanitätsteam benötigt werden, bin ich als „Doorgunner“ immer mit dabei. Der Hubschrauber fliegt hier im Einsatz sehr tief. Dadurch habe ich die Möglichkeit, einzelne Personen am Bo­den, Fahrzeuge oder andere potentielle Gefahrenquellen schnell zu erkennen. Dabei bin ich an der Waffenanlage ständig in Bewegung. Durch den offenen Türbereich hinter dem Cockpit oder an der Lade­rampe kann ich den Luftraum und den Boden absuchen. Hierbei arbei­ten mir Pilot und Co-Pilot permanent zu, indem sie meinen Focus auf eventuelle Gefahrenpunkte lenken. Im Fall einer unmittelbaren Bedro­hung habe ich unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit die Berechtigung, das schwere Maschinengewehr einzusetzen. Den Feind niederzuhalten hat dabei die höchste Priorität.


Ein Soldat mit Maschinengewehr sitzt auf der offenen Ladeluke der fliegenden CH-53.

Die eingeschränkte Sicht während des Sonnenuntergangs erfordert viel Konzentration und Aufmerksamkeit.

Foto: © Jürgen Sickmann

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Das Besondere hier im Einsatz ist das Arbeiten im Team. Die Kamerad­schaft ist von unschätzbarem Wert. Es ist auch ein anderes Fliegen als in Deutschland, gerade durch die geringe Höhe, in der wir uns hier be­wegen können. Auf meinem Posten sehe ich beeindruckend viel von diesem Land. Warum ich eine gewisse körperliche Fitness in meinem Beruf mitbringen muss, weiß ich spätestens, seitdem ich in Afghanistan fliege. Um als Doorgunner arbeiten zu können, muss man zahlreiche flugmedizinische Tests durchlaufen. Einer davon ist die „Höhenkammer“. Dort werden unterschiedlichste Höhen und der dabei entstehende Unterdruck beim Fliegen simuliert. Ich wurde bis zu einer Höhe von sechs Kilometern getestet. Dazu kommen die Hitze und die Ausrüstung sowie die hohe Konzentration. Mein Körper läuft hier auf Hochtouren, dafür wurde ich 18 Monate ausgebildet.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse hier am meisten meine Familie, meine Freundin und meine Freunde. Weil ich jedes Jahr fast sechs Monate im Einsatz bin, fehlt mir auch mein belgischer Schäferhund „Cindy“. Auch wenn es banal klingen mag: Einfach jeden Tag nach der Arbeit nach Hause fahren, wäre schön. Ich höre schon mein eigenes Bett nach mir rufen.


Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Sobald ich wieder zu Hause bin, werde ich Urlaub machen und zwar irgendwo auf der Welt, wo es sehr viel Wasser gibt. Es wäre generell schön, wenn es in meinem Beruf schnellstmöglich mehr Zuwachs an ausgebildetem Personal gäbe, dann würde ich ein wenig mehr Zeit zu Hause verbringen können. Ich grüße alle Bordschützen zu Hause und in den Einsätzen. Natürlich auch meine Freundin und meine Familie. Denkt immer daran: „Auch diese Monate gehen vorbei.“ Ich freue mich auf euch! 

Autor: Marco B.