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Ein Transporthubschrauber NH-90 befindet sich im Landeanflug

Ein Transporthubschrauber NH-90 befindet sich im Landeanflug

Foto: Bundeswehr / Konstantin Möller

Fallschirmjäger üben den Angriff aus der Luft

Es ist früher Nachmittag. Aus der Ferne ist der Lärm von Rotoren zu hören. Kurz darauf landen zwei Transporthubschrauber vom Typ NH-90 in Bonnland – einem Übungsdorf der Bundeswehr. Rund 20 Fallschirmjäger springen raus. Die Hubschrauber heben ab. Der Zugführer gibt den Befehl zum Angriff.



Einige Stunden zuvor folgen die Soldaten aufmerksam der Einweisung der Piloten. Die Lehrgangsteilnehmer befinden sich im letzten Abschnitt ihrer Ausbildung zum Fallschirmjägeroffizier. Für die meisten ist es das erste Mal, dass sie im direkten taktischen Zusammenwirken mit Hubschraubern einen Angriff durchführen.

Der Befehl des Kompaniechefs für den eingesetzten Zugführer ist klar: Der Feind hat sich in einer Ortschaft verschanzt, betreibt dort eine wichtige Führungseinrichtung. Die Soldaten müssen das entsprechende Gebäude einnehmen und dort möglichst viele Unterlagen sicherstellen, die Auskunft über die weiteren Absichten des Feindes geben können. Alles muss schnell gehen. Lediglich 45 Minuten sind angesetzt, bevor die Hubschrauber die Soldaten wieder aufnehmen sollen.

Unmittelbar nach der Landung gibt der Bordtechniker das Zeichen zum Absitzen. Die Soldaten gehen in Rundumsicherung

Unmittelbar nach der Landung gibt der Bordtechniker das Zeichen zum Absitzen. Die Soldaten gehen in Rundumsicherung

Foto: Bundeswehr / Konstantin Möller

Multinational einsetzbar

Damit das Arbeiten mit den Maschinen möglichst reibungslos funktioniert, ist vorher ein Training angesetzt. Im Tiefflug geht es zu einer großen Waldlichtung, auf der die Hubschrauber landen. Die Soldaten sitzen ab, sichern das Gelände, während sich die NH-90 wieder entfernen. Über Funk und auf Englisch werden die Piloten wieder zur Landezone gelenkt. Das ist wichtig, um auch Operationen mit anderen Nationen durchführen zu können.

Nach erfolgreicher Einweisung geht es unter dem drehenden Rotor hindurch zurück in die Maschine. Damit die Abläufe verinnerlicht werden, folgen weitere Übungsdurchgänge, bevor die Maschinen aufgetankt und für den bevorstehenden Angriff vorbereitet werden.

In der Flanke eingesetzt, kann das Deckungselement den Feind gezielt bekämpfen und niederhalten

In der Flanke eingesetzt, kann das Deckungselement den Feind gezielt bekämpfen und niederhalten

Foto: Bundeswehr / Konstantin Möller

Klar zum Gefecht und Glück ab!

Rotorengeräusche unterbrechen die trügerische Ruhe im Übungsdorf Bonnland. Alles muss jetzt sehr schnell gehen, denn der Feind hat die anlandenden Fallschirmjäger bereits bemerkt. Dank vorab getroffener Absprachen bereiten die Maschinengewehrschützen rasch den Angriff der Sturmgruppe vor. Diese hat sich ohne Umwege vom Hubschrauber aus dem Haus genähert. Die Fallschirmjäger klettern über ein geparktes Auto in den ersten Stock des Gebäudes. Die Sturmgruppe stößt auf Widerstand. Mit allen Kräften versucht der Feind, das Einnehmen des Hauses zu verhindern. Durch entschlossenes Vorgehen gelingt es den Fallschirmjägern, den Widerstand zu brechen. Der schnelle Angriff zeigt Wirkung. Scheinbar überrumpelt, schaffen die gegnerischen Kräfte es nicht, den Vorstoß zu unterbrechen. Nachdem das gesamte Haus bereinigt ist, sprengt die Sturmgruppe noch einige Funkgeräte, die sie nicht mitnehmen kann. Der Auftrag ist erfüllt.

Nun muss nur noch die Aufnahme durch die Hubschrauber funktionieren. Wie am Vormittag geübt, werden die Landezone gesichert und die Piloten über Funk eingewiesen. Trotz Problemen mit der Funkverbindung klappt die Aufnahme und alle Soldaten werden ausgeflogen.

Die Nachbesprechung zeigt, das Ausbildungsziel für den Tag wurde klar erreicht. Die wenigen Mängel werden beim nächsten Mal abgestellt. Die Lehrgangsteilnehmer sind um eine weitere Erfahrung reicher, auf die sie in ihrer kommenden Verwendung als Fallschirmjägerzugführer zurückgreifen können.

Autor: Felix Herrmann