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Wetterfrosch im Einsatz

Soldat sitzt vor drei Computermonitoren.

Bereits viele Stunden vor dem Start nimmt der Flugwetterberater seine Arbeit auf.

Foto: © Bundeswehr / PAO Counter Daesh

Die Flugwetterberatung in Jordanien

Kein Flug ohne Wetterberatung – auch im Einsatz in Jordanien ist eine präzise Wetterberatung zur erfolgreichen Durchführung des Auftrages notwendig. Für die deutschen Tornado´s und den Airbus A310 MRTT ist die Wetterberatung entscheidender Bestandteil des Einsatzflugbetriebes.


Ein wesentlicher Faktor in der Flugplanung ist die Berücksichtigung der Wetterlage. Um die Luftfahrzeugbesatzungen und die Flugplanung im Einsatz bestmöglich zu unterstützen, ist auch ein Flugwetterberater im Kontingent eingesetzt. Die Dienstzeiten des Flugwetterberaters richten sich dabei nach den Flugzeiten. Diese können auftragsbedingt gegebenenfalls sehr stark variieren, was die zeitliche Belastung des Soldaten steigen lässt. Rund vier Stunden vor einem Flug sitzt Oberleutnant B. an seinem Arbeitsplatz, arbeitet sich in die Wetterlage ein und macht sich ein Bild von der zu erwartenden Wetterentwicklung im Einsatzgebiet. Anhand dieser, auf das Einsatzgebiet bezogenen Analysen und Vorhersagen, erfolgt die Flugwetterberatung. Bisher erreichte die Vorhersagequalität eine Erfolgsquote von nahezu 100 Prozent. Dies liegt daran, dass der "Wetterfrosch“ sich intensiv mit dem Einsatzgebiet auseinandersetzt und die Wetterentwicklung auch während der Flüge überwacht.

Die Wetterlage voraussehen

Eine digitale Landkarte auf einem Monitor.

Die Datendichte über dem Einsatzland ist sehr gering.

Foto: © Bundeswehr / PAO Counter Daesh

Für die Wettervorhersage ist die großräumige Analyse der Wetterlage – nicht nur am Boden, sondern auch in höheren Luftschichten wichtig. Dazu wertet der Wetterberater unter anderem Meldungen von Bodenwetterstationen, Wettersatellitenbilder, Radiosondendaten (Wetterballone) und Daten verschiedener Wettermodelle aus und erarbeitet sich daraus eine genaue Vorstellung von der Wetterlage und ihrer Entwicklung während der nächsten Stunden und Tage im Einsatzgebiet. Dabei ist es besonders wichtig, bestimmte regionale und klimatische Besonderheiten bei der Vorhersage zu berücksichtigen. Wie die Verteilung von Wüsten im Einsatzgebiet oder auch die warmen und feuchten Luftmassen in der Region. Diese Faktoren können unter bestimmten Voraussetzungen Wetterereignisse wie Sand- und Staubstürme oder Gewitter unterstützen.

Soldat sitzt vor Computermonitor.

Besonders wichtig richtige Einordnung und Interpretation der Wettermodelle.

Foto: © Bundeswehr / PAO Counter Daesh

Der Computer hilft

Eine weitere Herausforderung für den Wetterberater sind die verschiedenen Beratungszeiträume, in denen er zu denken hat. Wenn er gerade die Beratung für den Tag des Fluges erarbeitet, muss er gleichzeitig die Entwicklung des Wetters für die nächsten 48 Stunden, beziehungsweise für die kommende Woche parat haben. Dies ist wichtig, da er jederzeit Ansprechpartner für die Flugplanung der Einsatzstaffel ist.

Ständiger Kontakt zum Einsatzoffizier

Rund zwei Stunden vor einem Flug erhalten die Luftfahrzeugbesatzungen ihre Wetterberatung. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits ein großer Teil der Arbeit geleistet. Vom Start bis zur Landung überwacht der Oberleutnant die Flüge. Änderungen der Wetterlage können Auswirkungen auf die Missionsplanungen haben. Ändert sich das Wetter im Einsatzgebiet kritisch entgegen der Vorhersagen, wird der Einsatzoffizier dahin gehend informiert. Dieser entscheidet im Zweifelsfall darüber, ob die Mission abgebrochen wird. Ebenso kann die Wetterveränderung bei einem Ausweichflugplatz Einfluss auf die Mission haben. In einer solchen Situation muss entschieden werden, ob der Ablauf der Mission aufgrund der vorhandenen Treibstoffmenge verändert werden muss.

Erfahrener Wetterfrosch

Ein digitales Diagramm über Winddaten.

Zur Bestimmung des Wetters werden zum Beispiel die Winddaten in verschiedenen Höhen benötigt.

Foto: © Bundeswehr / PAO Counter Daesh

Neben der Flugwetterberatung warnt der "Wetterfrosch“ das Kontingent vor gefährlichen Wettererscheinungen am Standort. Ist beispielsweise ein Sandsturm zu erwarten, betrifft dies auch die Sicherheit der Soldaten am Boden. Wichtig für die Tätigkeit als Flugwetterberater ist Erfahrung. Da die Informationsdichte an Wetterdaten im Einsatzgebiet sehr gering ist, muss der Berater die verschiedenen Modelle richtig einschätzen lernen. Ein Vorteil für jeden, der Einsatzerfahrung sammelt. Somit erweitern sich die individuellen Fähigkeiten in der Flugwetterberatung. Ebenso wichtig ist der direkte Kontakt zu den Piloten. Der Wetterberater erhält ihre Rückmeldung direkt und kann seine Vorhersagen kritisch betrachten und schließlich verbessern. Die Beratung wird professioneller und das Verständnis für den Auftrag gefördert. Die hohe zeitliche Belastung der Flugwetterberater während des Einsatzes bedingt einen häufigen Personalwechsel, um die Wetterberatung sicherstellen zu können. Oberleutnant B. ist trotz des anstrengenden Dienstes stolz, seinen Beitrag leisten zu können. "Ich lerne sehr viel. Die Erfahrungen sind wichtig und bereichern auch den Dienst zu Hause“, sagt er abschließend.

Autor: Al-Asrak