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Mach, was wirklich zählt

Drei Soldaten ziehen einen verwundeten Kameraden aus der Schusslinie hinter einen schützenden Hügel

Die deutschen und österreichischen Soldaten ziehen den Verwundeten in den Schutz eines nahegelegenen Hügels.

Foto: Bundeswehr/PAO RS

Grüner Rauch bei multinationaler Rettungsübung

Die Beratung der afghanischen Armee ist Hauptaufgabe der NATO-Mission Resolute Support in Afghanistan. Durch eigene militärische Übungen und Ausbildungen wird regelmäßig auch die Einsatzbereitschaft der multinationalen Soldaten im Norden des Landes geübt und erhalten.


An einem beratungsfreien Tag üben die Soldaten die sanitätsdienstliche Versorgung eines verwundeten Soldaten und die anschließende Evakuierung durch CH-53 Hubschrauber des Einsatzgeschwaders. "Der beratungsfreie Tag gibt uns die Möglichkeit, abseits von unserem Kernauftrag, eigene Verfahren zu üben und zu evaluieren", sagt Hauptmann Tim M., der regelmäßig ein kleines Beraterteam führt.

Zwei Soldaten versorgen einen verletzten dritten Soldaten während der vierte Soldat mit dem Funkgerät einen Rettungshubschrauber

Der Verwundete wird von den Sanitätern im Schutze des Hügels erstversorgt.

Foto: Bundeswehr/PAO RS

Ein Soldat ist verwundet

In dem Übungsszenario sind deutsche und österreichische Soldaten bei einer Erkundung des weitläufigen Übungsgeländes im Camp Shaheen, der Heimat der afghanischen Armee in Masar-i Scharif. Bei einem Erkundungshalt legen die Soldaten einige Meter zu Fuß zurück. Plötzlich sackt ein Soldat zusammen. Die Übung beginnt, simuliert wird eine Schussverletzung. Schnelles Handeln ist nun erforderlich. Die deutschen und österreichischen Soldaten reagieren sofort, simulieren die Erwiderung des Feuers auf den Feind und ziehen den Verwundeten unter Eigensicherung in den Schutz eines nahe gelegenen Hügels.

Der Soldat ist bei Bewusstsein, verliert aber viel Blut. Während zwei Soldaten den Verwundeten versorgen, setzt ein Soldat eine Meldung an das Lagezentrum des Train, Advise, Assist Commands North (TAAC N) ab. Die anderen Soldaten überwachen das Umfeld in alle Richtungen. Sofort wird das Einsatzgeschwader alarmiert und bereitet zwei CH-53 Hubschrauber zur Evakuierung vor. Einer davon in der Funktion als Rettungshubschrauber (AirMedEvac), der andere als Sicherung.

Die Ersthelfer versorgen den Soldaten

Die Soldaten agieren routinemäßig, legen einen Druckverband an und stillen so die starke Blutung. Nach einem festgelegten Meldeschema wird der Zustand des Verwundeten an das Lagezentrum gemeldet. Währenddessen versorgt der Beratertrupp den Verwundeten. Die Ersthelfer überprüfen ständig die Vitalfunktionen. In Vorbereitung auf die Landung des Hubschraubers erkunden die Soldaten einen geeigneten Landeplatz. Dieser wird auf mögliche Gefahren abgesucht und markiert. Parallel wird der Verwundete für den Lufttransport vorbereitet.

Zwei Soldaten entfernen sich von einem startenden Hubschrauber während im Hintergrund grüner Rauch zu sehen ist

Der Hubschrauber startet und fliegt Richtung Camp Marmal.

Foto: Bundeswehr/PAO RS

Zwei Hubschrauber im Einsatz

Als sich die Hubschrauber nähern, wird durch einen grünen Rauchkörper die Position des gesicherten Landeplatzes angezeigt. Das Dröhnen der Rotoren kommt näher. Während die Piloten des AirMedEvac-Hubschraubers die Landung vorbereiten, sichert der zweite Hubschrauber die Umgebung. Jetzt muss es schnell gehen. Das deutsch-österreichische Beraterteam trägt den verwundeten Kameraden zum Hubschrauber. Die Crew übernimmt ihn sofort. Nur wenige Momente später hebt der Hubschrauber ab. Im Tiefflug rauschen die beiden Maschinen in Richtung Camp Marmal, wo der mittlerweile stabilisierte Verwundete durch die Sanitäter übernommen und weiter versorgt wird. Das multinationale Einsatzlazarett verfügt hierfür über alle notfallmedizinischen und chirurgischen Fähigkeiten, insgesamt leisten etwa 80 Soldaten - einschließlich der truppenärztlichen Versorgung - hier ihren Dienst. Als die grüne Wolke des Rauchkörpers versiegt, ist die Rettungsaktion bereits abgeschlossen. Hauptmann Tim M. bewertet die Übung positiv: "Wir konnten unsere Einsatzverfahren erfolgreich anwenden und überprüfen. Es ist beruhigend zu wissen, dass die Rettungskette funktioniert."

Erfolgreiche Übung

Durch regelmäßige Übungen wie die AirMedEvac-Übung werden Routineverfahren überprüft, Abläufe gefestigt und die Einsatzbereitschaft des Einsatzkontingentes gewährleistet. Die Übung fand auf dem weitläufigen Gelände von Camp Shaheen im Westen von Masar-i Scharif statt. Hier ist das Hauptquartier des 209. Korps der afghanischen Armee beheimatet. Das multinationale Beraterteam des TAAC N bildet hier fast täglich afghanische Soldaten aus. Hauptmann Tim M.: "Wir bilden nicht nur Ausbilder und Führungskräfte aus, sondern beraten diese auch bei der Durchführung eigener Lehrgänge und Trainings. So können wir direkt die Ergebnisse unserer Ausbildung bewerten."

Autor: Bundeswehr

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