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Kameraden mit Biss - Die Diensthunde der Objektschutzkräfte

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Ein Tag mit dem Diensthund der Bundeswehr

"Spring und fass!"

"Spring und fass!"

Foto: Johannes Heyn

Kameraden mit Biss - Die Diensthunde der Objektschutzkräfte

Ein Unbekannter macht sich unerlaubt an einem Fluggerät der Luftwaffe zu schaffen. Auf Zuruf der Objektschutzkräfte bleibt er nicht stehen, sondern läuft davon. Wenige Sekunden später liegt er schreiend vor Schmerzen am Boden. Ein Diensthund der Objektschutzkräfte hat ihn mit seinem kräftigen Gebiss gestoppt.

Ein Diensthund bei seiner Arbeit

Ein Diensthund bei seiner Arbeit

Foto: Johannes Heyn

Während die Objektschützer den Verdächtigen in Gewahrsam nehmen, inspiziert der Diensthundeführer gemeinsam mit seinem Diensthund die Bell UH-1D. Er lässt seinen Hund den Helikopter abspüren und nach kurzer Zeit hat dieser etwas Verdächtiges erschnüffelt. Bedächtig setzt er sich vor einem Spalt zwischen Cockpit und Tür ab und zeigt mit seiner Schnauze auf die verdächtige Stelle. Das ist das Signal für den Diensthundeführer den Spalt auf versteckte Gefahrenstoffe zu kontrollieren. Er findet hochexplosiven Sprengstoff, der ohne die Hilfe des Hundes sehr wahrscheinlich unentdeckt geblieben wäre. Der Triebwechsel des Hundes vom Sicherungsdienst in den Spürdienst innerhalb kürzester Zeit ist somit geglückt und die Übung erfolgreich beendet.

Zwei Diensthunde der Bundeswehr

Zwei Diensthunde der Bundeswehr

Foto: Johannes Heyn


Mit ihrem ausgeprägten Hörvermögen, dem sensiblen Geruchssinn und dem präzisen Sehvermögen gelten Hunde ohnehin schon als sehr empfindliche und aufmerksame Tiere. Die Diensthunde der Objektschutz­kräfte der Luftwaffe können jedoch noch mehr. Neben einem gefestigten Sozialverhalten ist es unumgänglich, dass die Hunde eine gute triebliche Veranlagung, wie es die Fachleute nennen, vorweisen können. Also die genetischen Anlagen, die die Triebe und Instinkte des Hundes stark beeinflussen. Andererseits wäre es nicht möglich, die Hunde für die vielfältigen Aufgaben im Objektschutz ausbilden und einsetzen zu können.


Der vierbeinige Kamerad hält Ausschau

Der vierbeinige Kamerad hält Ausschau

Foto: Johannes Heyn



Die Ausbildung der Diensthunde und Diensthundeführer erfolgt an der Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen in der Eifel. Der elfmonatige Lehrgang wird größtenteils in Einzelausbildungen durchgeführt und soll die Diensthundeteams auf die speziell auf den Objekt­schutz zugeschnittenen Vorgehensweisen vorbereiten. Die Hunde werden besonders im Aufspüren von Explosiv- und Gefahrenstoffen, sowie im Schutzdienst ausgebildet. Zudem ist es wichtig, dass der Hund eine gute Unterordnung erlernt. Nur so hält der Hundeführer seinen Hund immer unter Kontrolle.



In der Sicherung ist der Diensthund vielfältig einsetzbar

In der Sicherung ist der Diensthund vielfältig einsetzbar

Foto: Johannes Heyn



Die Aufgaben der ausgebildeten Diensthunde sind sehr vielfältig und lageabhängig. Dies erfordert ein ständiges trainieren und weiter­bilden. Je nach Auftrag werden die Diensthunde stationär (z.B. an Checkpoints), aber auch beweglich (z.B. bei Patrouillen) eingesetzt. Dabei sind sie den Soldaten bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten behilflich. Sei es beim Aufspüren von Personen, Explosiv- und Gefahrstoffen oder dem festsetzen von Tatverdächtigen. Besonders bei einzelnen Personen und kleineren Menschenansammlungen reicht meist schon die Anwesenheit des Hundes, um die Situation zu ber­uhigen und zu kontrollieren. Beim „Show of Force“ wird durch das bloße Zeigen von Kraft oder Stärke schon eine abschreckende Wirkung erzielt.


Ein Diensthund in der Wüste

Ein Diensthund in der Wüste

Foto: Marc Tessensohn


Derzeit befinden sich erstmalig Diensthunde zur Unterstützung eines Kontingents der Objektschutzkräfte in Mali. Dort ist vor allem das Klima eine große Heraus­forderung für die Hunde. Um sich an das Klima zu gewöhnen, werden die Hunde in der ersten Woche akklimatisiert. Im Anschluss laufen die Diensthunde, wie auch schon in Afghanistan, ganz normal in den Patrouillen der Objektschützer mit und werden diese bei ihrem Auftrag unterstützen.




Ab ins Wasser!

Ab ins Wasser!

Foto: Johannes Heyn

 


Wenn die Diensthunde nach einer durchschnittlichen Dienstzeit von etwa acht Jahren in den Ruhestand versetzt werden, verbleiben sie meist in der Obhut ihrer ehemaligen Diensthundeführer. Dazu ermöglicht es die Bundeswehr, einen Pflegevertrag für den Hund abzuschließen, welcher unter anderem eine medi­zinische Versorgung des Hundes über seine Dienstzeit hinaus gewährleistet. Diese medizinische Versorgung trägt die Klinik für Diensthunde an der Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen. An dem Ort, an dem die Diensthunde der Objektschutzkräfte ihre ersten Schritte machten.





Autor: Maximilian Höhner