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Minentaucher der Bundeswehr

Soldat taucht im hohem Gewässer

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Ein Minentaucher während eines Tauchgangs in der Ostsee.

Minentaucher im Einsatz in der Ostsee.

Foto: © Bundeswehr / Redaktion Personal

Ab ins kalte Nass - Abschlussübung der Minentaucher

Ein langer und steiniger Weg liegt hinter ihnen. Doch jetzt steht die größte Hürde bevor: Das Abschlussschwimmen.

Bei Regen, Wind und einer Wassertemperatur von 11 Grad Celsius müssen die sechs Soldaten des Minentaucherlehrgangs beweisen, was in ihnen steckt. Keine leichte Aufgabe - doch hier denkt niemand ans Aufgeben.


Es ist noch dunkel draußen und leichter Regen vernebelt die Sicht. Ein langer Tag steht den angehenden Minentauchern bevor. Die sechs Soldaten des Lehrgangs sind bereit und stehen aneinander gereiht im Ausbildungszentrum des Seebataillons im Marinestützpunkt Eckernförde. „Sie wissen, was auf Sie zukommt. Der Tag der Tage ist gekommen und ich wünsche Ihnen viel Glück“, sagt der Leiter des Ausbildungszentrums Fregattenkapitän Christian Dürr und spricht so seinen „Schützlingen“ Mut zu. „Tun Sie das für sich und für die Kameraden, die später am Strand auf Sie warten werden“, erklärt er weiter.


Von Eckernförde nach Ludwigsburg

Soldaten marschieren mit Gepäck über einen Feldweg.

20km Marsch mit Gepäck - im Laufschritt zum Ziel.

Foto: © Bundeswehr / Brakensiek

Dann kann es endlich losgehen! „Gepäck aufnehmen“, schallt es durch den Raum. Und schon laufen die jungen Männer los. 20 Kilometer stehen jetzt auf dem Programm. Das Ziel: Ludwigsburg. Immer wieder halten die Soldaten an, um in tiefster Gangart auf allen vieren durch den Wald zu robben.

Die Anstren­gung steht allen Soldaten ins Gesicht geschrieben. Nasse Kleidung und Schlamm bedecken die Uniform der Soldaten. Doch an Aufgeben ist nicht zu denken. Nach vier Stunden kommen die sechs endlich ans Ziel. Doch das war nur der erste Teil des Tages. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter.


Es kann losgehen

Sechs Soldaten absolvieren das Abschlussschwimmen in der Nordsee.

Die sechs angehenden Minentaucher kämpfen sich durch das Abschlussschwimmen.

Foto: © Bundeswehr / Brakensiek

Schwarze Neoprenanzüge, Rettungskragen und Schwimm­flossen werden angelegt. Und dann heißt es: Ab ins kalte Nass. Jetzt kommt das Abschlussschwimmen. Zehn Kilometer trennen die Marinesoldaten von ihrem Ziel Eckernförde, wo sie von ihren Kameraden in Empfang und in den Kreis der Minentaucher aufgenommen werden.

Sechs orangene Hau­ben sind jetzt noch an der Wasseroberfläche zu erkennen. Die Soldaten sind im Wasser nur noch über eine Leine und eine Boje miteinander verbunden. Auf dem Rücken müssen sie nun durch die Ostsee schwimmen. Eine Wassertemperatur von 11 Grad Celsius und Wind machen die Sache nicht einfacher.


Geschafft!

Langsam wird es dunkel. Während an der Ostmole im Marinestützpunkt schon die ersten Minentaucher, Gäste und Familienangehörige eintreffen, lassen bei den Soldaten im Wasser langsam die Kräfte nach. Nur noch ein paar Meter trennen die Soldaten vom Land. Bunte Farben der Signal­pistole am Himmel signalisieren ihnen, dass sie es fast geschafft haben. Nach sechs langen Stunden im Wasser kommen die Soldaten endlich in Eckernförde an. „Ich freue mich, dass wir es geschafft haben. Es war ein harter Kampf im Wasser. Da kam es darauf an, dass wir im Team zusammen­halten. Wir haben alle an einem Strang gezogen und alles gegeben“, erklärt einer der angehenden Minentaucher Oberleutnant zur See Wolfram F.

Und auch der Leiter Ausbildung Minentauchergrundlagen, Oberleutnant zur See Ivo Friedrich, freut sich über die erbrachte Leistung der Kameraden: „Sie haben es geschafft! Das war eine sehr gute Leistung und ich bin auf jeden einzelnen von Ihnen stolz.“ Nach der Begrüßung folgt dann der traditionelle „Poklatscher“ von den Minentauchern. Damit sind sie offiziell in den kleinen Kreis aufgenommen.


Das Ende ist erst der Anfang

Mit dem traditionellen „Poklatscher" werden die Prüflinge in den Kreis der Minentaucher aufgenommen.

Mit dem traditionellen „Poklatscher" werden die Prüflinge in den Kreis der Minentaucher aufgenommen.

Foto: © Bundeswehr / Brakensiek

Ein langer und anstrengender Weg liegt hinter ihnen. Doch das ist erst der Anfang. In den nächsten Wochen kommt noch einiges auf die Soldaten zu. Sie werden im Bereich Kampfmittelkunde ausgebildet und müssen den Sprenghelferlehrgang absolvieren.

Und hoffentlich geht für die sechs Soldaten dann ein Traum in Erfüllung - der lang ersehnte Abschluss und das Minentaucherabzeichen.

Autor: Kim Brakensiek

Bildergallerie Minentaucher