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Mach, was wirklich zählt.

Zwei Taucher mit Masken und Sauerstoffflaschen schauen aus dem Wasser.
Minentaucher im Speedboot SMA 650 „Boomeranger“

Minentaucher im Speedboot SMA 650 „Boomeranger“

Foto: © Bundeswehr / Christian Dubberke

Minentaucher: Alleskönner auf der „Rottweil“

Seeminen sind bis heute eine reelle Gefahr für die Schifffahrt. Wie Sie zu finden und zu beseitigen sind, das demonstrierte vor Kurzem die Besatzung des Minentauchereinsatzbootes „Rottweil" im Mittelmeer. Schließlich ist es die Aufgabe der Minenabwehrkräfte der Deutschen Marine, Seeminen zu suchen, zu orten und wenn nötig auch zu beseitigen. Neben dem Minentauchereinsatzboot „Rottweil" gehören hierzu auch noch die Minenjagdboote der Einsatzflotille 1 aus Kiel und das Minentauchereinsatzboot „Bad Rappenau“.

Die „Rottweil“ nahm von Februar bis Juni diesen Jahres an der multinationalen Operation „Standing NATO Mine Countermeasure Group 2“ im Mittelmeer teil. Vor Ort konnten die Minentaucher aus Eckernförde ihre Spezialfähigkeiten den Verbündeten eindrucksvoll demonstrieren. Das ehemalige Jagdboot ist 54 Meter lang und äußerst wendig. Durch ihren dieselelektrischen, besonders ökonomischen „Langsam-Fahrantrieb“ und die Sensoren wie Radar und Wärmebildkameras ist jederzeit ein zielgenauer Einsatz der Minentaucher möglich.

Bis zu 16 Minentaucher kann die „Rottweil“ neben ihrer Stammbesatzung aufnehmen. Fast ließe sich sagen, Minentaucher wären das Hauptwaffensystem an Bord eines Minentauchereinsatzbootes.  „Ganz falsch ist die Aussage nicht“, so Korvettenkapitän Stefan Oeggl, Kommandant der „Rottweil“.  „Denn im Gegensatz zu regulären Minenjagdbooten haben wir keine ferngesteuerten Drohnen zur Beseitigung von Seeminen. Die Kommandanten eines Minentauchereinsatzbootes setzen Minentaucher als alleinige 'Effektoren' gegen eine Kampfmittelbedrohung ein.“ Nur um Ziele für die Taucher zu orten, hat die „Rottweil“ zwei Drohnen vom Typ Remus 100 an Bord. Die Minentaucher selbst gehen durch eine sehr harte und intensive Schulung, die sie darauf vorbereitet, sowohl moderne als auch alte Minen bis zu einer Wassertiefe von 54 Meter zu beseitigen. Ab der Ebene eines „Minentaucherbootsmanns“ sind sie auch Munitionsfachkundige und Kampfmittelbeseitiger und können jegliche Kampfmitel im maritimen Umfeld unschädlich machen - ob auf See, an Stränden, in Hafenanlagen oder an Land.

Autor: Christian Dubberke

Impressionen: Minenjagd