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Minentaucher im Härtetest

Spezialisierte Einsatzkräfte
Soldaten durchqueren eine Matschgrube

Durch Matsch und Morast: die zukünftigen Minentaucher duchqueren so manche Hindernisse.

Foto: © Bundeswehr / Björn Wilke

Minentaucher: 30 Kilometer über Land und Wasser

„Alles neu macht der Mai“; für fünf junge Marinesoldaten beginnt das Abschlussschwimmen. Eine Prüfung, die es in sich hat.

Im Mai ändern nicht nur das Wetter und viele Gesetzte, auch endet für fünf Anwärter an diesem Tag der erste große Abschnitt auf ihrem Weg zum Minentaucher. Mit einem Geländelauf von circa 20 Kilometer, mit diversen sportlichen Unterbrechungen und einem Freiwasserschwimmen von rund 10 Kilometer, stellt der sogenannte „Abschlusslauf“ ein Höchstmaß an körperlicher Leistungs- und Leidensfähigkeit dar.


„Alles neu macht der Mai“; für fünf junge Marinesoldaten beginnt das Abschlussschwimmen. Eine Prüfung, die es in sich hat.

Im Mai ändern nicht nur das Wetter und viele Gesetzte, auch endet für fünf Anwärter an diesem Tag der erste große Abschnitt auf ihrem Weg zum Minentaucher. Mit einem Geländelauf von circa 20 Kilometer, mit diversen sportlichen Unterbrechungen und einem Freiwasserschwimmen von rund 10 Kilometer, stellt der sogenannte „Abschlusslauf“ ein Höchstmaß an körperlicher Leistungs- und Leidensfähigkeit dar. Wieder zurück im Marinestützpunkt Eckernförde erreichen sie das „symbolische Ende“ der Freiwasserphase Minentaucher, zu der sie im Januar als erster Lehrgang des neuen Jahres noch mit elf Anwärtern gestartet waren.

Soldaten machen Situps auf einer Wiese

Zwischenzeitliche Sporteinheiten sind Teil des Abschlussschwimmens.

Foto: © Bundeswehr Björn Wilke

Nachdem Petrus am ersten Mai mit Regen, Gewitter und Sturmböen sich eher von seiner unversöhnlichen Seite zeigte, ist das Wetter am heutigen Tag Mai-typisch. Doch die angehenden Minentaucher haben um diese Zeit andere Dinge im Kopf und vor sich. Es liegt eine knapp zwölfstündige körperliche Höchstleistung vor ihnen. Nach dem Wecken durch die Ausbilder bleibt den Marinesoldaten nur noch die Zeit Ihre Rucksäcke mit der Tauchausrüstung zu packen.

Ein sieben Millimeter dicker Neoprenanzug, Gewichtsgürtel, Flossen und Flüssigkeit zum Trinken gehören zur nötigen Ausrüstung.Um nicht mit kalten Muskeln den Körper gleich zu Beginn außer Gefecht zu setzen, werden zu Anfang einige sportliche Übungen, wie zum Beispiel Liegestütze, Sit-Ups und Strecksprünge absolviert. Dann schultern die Marinesoldaten ihre circa 20 Kilogramm schweren Rucksäcke und verschwinden im Dunkel der Nacht. Gegen Mittag haben sie das erste Zwischenziel, den Standortübungsplatz „Ludwigsburg“, erreicht. Nach einer weiteren Sporteinlage haben die Fünf eine Pause um zu verschnaufen und zum Essen.
Dann geht es weiter ins, neun Grad Celsius, kühle Ostseewasser. Also den Neoprenanzug anziehen und schon geht es im Laufschritt zum Strand. Leider präsentiert sich das gute Wetter dennoch als Spielverderber, zwar mit Sonne aber mit Gegenwind müssen die angehenden Minentaucher die 10 Kilometer schwimmen.

Mehrere Schwimmer in einer Reihe im Wasser mit Bojen im Gepäck

Auf dem Rücken schwimmend, werden die letzten Meter überwunden.

Foto: © Bundeswehr / Björn Wilke

Gegen die Strömung kämpfen

„Der Wellengang war in unserem Sinne, der Wind und Strömung eher weniger“, so Sven S. Zwischen den Wellen erkennen die Lehrgangsteilnehmer ihr Begleitboot, welches während der ganzen Strecke, bis zum Erreichen des Zieles, als Sicherheitsbegleitung neben ihnen bleiben wird. Kurz vor dem Ziel, nach einer letzten Kontrolle der Ausrüstung und einer Einweisung durch die Ausbilder, werden nun die Flossen angezogen, sich mit einer Sicherheitsleine untereinander verbunden und dann in Rückenlage, nur mit Beinkraft, Richtung Ziel, dem Kranzfelder Marinehafen entgegen geschwommen.

Nach etwas über zehn Stunden auf den Beinen und im Wasser können die Schwimmer das Ziel bereits erkennen. Zur Begrüßung werden Leuchtraketen in den Himmel abgeschossen. Als Empfangskomitee warten dort bereits Vertreter des Seebataillons. Nach Betreten Strandes erfolgt eine Meldung des Hörsaaldienstes an den Ausbildungsleiter und den stellvertretenden Kommandeur des Seebataillons, Fregattenkapitän Sebastian Uhle. Die erschöpften aber überglücklichen Absolventen erhalten die Glückwünsche ihrer Kameraden die die fünf jetzt, neu, im Kreise der Minentaucher willkommen heißen. Alles Soldaten die, aus ihrer eigenen Erfahrung, diese immense Leistung kennen und entsprechend honorieren.

Alle Soldaten am Strand angetreten

Geschafft: Die fünf Anwärter werden in den Kreis der Minentaucher aufgenommen.

Foto: © Bundeswehr / Björn Wilke

Auch wenn die angehenden Minentaucher ihr erklärtes Ziel, den Sägefisch der Minentaucher heute noch nicht erreicht haben, ist der Ausbildungsleiter des Minentauchergrundlehrganges, Oberleutnant zur See Ivo F. zuversichtlich: „Es fehlen den Kameraden, je nach Laufbahn, noch unterschiedliche Ausbildungen oder Lehrgänge zum Beispiel in der Kampfmittelerkundung oder dem Sprengen, aber wer es bis hierhin schafft, der schafft es auch bis zum Ende.“

„Die wartenden Kameraden, das Feuerwerk, die Boote und der Hafen beim Blick über die Schulter haben uns auf den letzten Metern dabei geholfen durchzuhalten, da vergisst man auch die Krämpfe in den Beinen“, so Sven K. „Jetzt freue ich mich auf ein warmes Bad und ein gutes Essen“, sagt der angehende Minentaucher zum Abschluss. „Das heute war eine neue Erfahrung und der härteste Tag in meinem Leben.“

Autor: Thomas Lerdo