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Zwei Soldaten liegen in Stellung während vor Ihnen der Feuerball einer Explosion zu sehen ist
Mehrere Soldaten stehen im Kreis und umringen eine Landkarte

Wegeabgleich vor Marschbeginn

Foto: © Bundeswehr / Konstantin Möller

Operation Mars: Leben in der Lage!

Über den Wolken mag der Sonnenschein trügen. Was das Wetter nach Durchbruch der Wolkendecke zu bieten hat und was einem dort erwartet, stellt sich oft erst nach dem Absprung heraus. Dann gibt es keinen Weg mehr zurück. Der Erfolg hängt von der Flexibilität und Handlungssicherheit unter Zeitdruck ab. Ob unebenes Gelände, Baumkronen oder Gewässer. Passiert trotz guter Ausbildung etwesas unvorhergesehenes, so muss schnellstmöglich die richtige Lösung gefunden werden.

Mehrere Soldaten verpacken unter freiem Himmel ihr Gepäck

Ausrüstungsvorbereitung vor dem Absprung

Foto: © Bundeswehr / Konstantin Möller


Ziel der Operation Mars war es, nach erfolgtem Absprung einen feindlichen Versorgungspunkt zu vernichten. Am Vorabend der geplanten Operation wurde noch mit sprungtauglichem Wetter gerechnet. Auch am nächsten Morgen verlief zunächst alles nach Plan. Aufladen der Türlasten, Schirmempfang, Anlegen des Sprunggeschirrs und Besetzen der Maschine. In der C-160 Transall dann die übliche Routine: Anschnallen, hinsetzen, losfliegen, abschnallen, einhaken, bis hin zum „Fertig zum Sprung!“ machen.


Absprung - nein doch nicht


Als wir bereit zum Sprung sind und ich geistig noch einmal den richtigen Absprung übe, passiert jedoch das, was keiner mehr erwartet hat: Abbruch. Die Wolkendecke ist zu dick. Wir müssen die Operation vorerst abbrechen. Zurück am Startplatz fing dann das „Leben in der Lage“ an. Viele Fragen gingen mir nun durch den Kopf. Werden wir die Operation noch durchführen können? Was mache ich während der Wartezeit? Letztere wurde postwendend beantwortet. Zwischenbesprechung. Unser Hörsaalleiter gab uns zunächst ein Lageupdate über die momentane Situation und das geplante weitere Vorgehen.

Flexibilität als Bestandteil des Soldatenberufes

Mehrere Soldaten umringen den Zugführer welcher mit der Hand in eine Richtung zeigt

Der Zugführer weist seine Gruppenführer in seine Absicht ein

Foto: © Bundeswehr / Konstantin Möller


Eines wurde uns gleich klargemacht: Flexibilität ist ein wichtiger Bestandteil des Soldatenberufs. Zwar gab es seit Beginn meiner Ausbildung bei der Bundeswehr schon des Öfteren Lageänderungen, jedoch war keine der Ausbildungen so sehr von externen Einflüssen abhängig wie das Fallschirmspringen. Für den eingesetzten Führer bedeutet das ein Abwägen. Es gilt auszuloten, ob in dem sowieso schon knappen zeitlichen Rahmen das Tagesziel noch erreicht werden kann.




Zwei Soldaten befestigen die Gurte ihres Gepäcks

Packen des Sprunggepäcks

Foto: © Bundeswehr / Konstantin Möller


Kurze Zeit nach dem Ablegen des Sprunggepäcks dann die Entscheidung: geplanter nächster Start um 14 Uhr. Das bedeutet aber auch, Einschnitte für den heutigen Ausbildungstag. Die Übung wurde aufgrund der fortgeschrittenen Zeit auf einen Schwerpunkt fixiert: dem Sammelverfahren an der Auffanglinie. Das Sammelverfahren beschreibt das Verhalten der Fallschirmjäger nach der Landung. Die Auffanglinie ist eine markante und leicht aufzufindende Linie im Gelände, die aufgrund der vorangegangenen Kartenkunde oder, in unserem Fall, der Geländebegehung befohlen wurde.


Sammeln in der Dropzone

Offener Immer mit vielen Fallschirmen

Nach dem Sprung haben die Fallschirmjäger einen guten Einblick ins Gelände

Foto: © Bundeswehr / Konstantin Möller

Um 14 Uhr ging es dann los. Die Führer lagen mit ihrer Einschätzung der Wetterlage richtig und der Sprungdienst konnte durchgeführt werden. 30 Minuten später landeten die ersten Fallschirmjäger in der Dropzone.Im Sammelraum wurde die befohlene Formation eingenommen und die Phase der Annäherung begann. Eine Stunde nach dem Absprung war die Übung zu Ende. Es kam zur ersten Nachbesprechung – direkt im Feld. Jetzt wurden die Übung im Schnelldurchlauf rekapituliert und die wichtigsten Punkte kritisch bewertet. Fazit der Besprechung war, dass sowohl das Sammeln als auch das Bergen der Schirme in der taktischen Lage noch schneller vonstattengehen muss. Die Chance dafür bekommen wir am nächsten Tag wieder, sollte das Wetter mitspielen. Ansonsten heißt es umdisponieren, getreu dem Motto: „Leben in der Lage!“



Autor: Bauer / Becker