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Mach, was wirklich zählt.

Mit Hilfe eines Schleppers läuft das Segelschulschiff in Wilhelmshaven ein
Die „Mircea“ liegt an einer Hafenmole und ist mit vielen Fahnen geschmückt

Die „Mircea“ in vollem Flaggenschmuck

Foto: Bundeswehr / Matthias Letzin

Segelvorausbildung: Hol weg!

Ruhig liegt das rumänische Segelschulschiff „Mircea“ in Wilhelmshaven vor Anker, über ihr ein wolkenlos blauer Himmel. Doch die emsig arbeitenden Männer und Frauen in Beige haben kaum Zeit, das traumhafte Wetter zu genießen. Anspannung aber auch Vorfreude machen sich bei der Besatzung breit: bald sticht der erste Törn der deutschen Crew VII/16 zusammen mit rumänischen Kameraden in See.

Laut und deutlich gibt die rumänische Stammbesatzung Kommandos über das Oberdeck der „Mircea“. Englisch ist hier die Hauptsprache, um die Sprachbarriere zwischen ihnen und den deutschen Kameraden zu überwinden. 55 deutsche 

Mehrere Soldaten ziehen gemeinsam an einem Tau bei der Segelausbildung

Hier zählt nur Teamwork!

Foto: Bundeswehr / Kim Brakensiek

Offizieranwärter sind zurzeit auf dem rumänischen Großsegler eingeschifft. Sie bilden, zusammen mit 10 Ausbildern der „Gorch Fock“, den ersten Törn, also den ersten Durchgang der Ausbildungsfahrt auf dem Schulschiff „Mircea“. Doch bevor es auf die knapp zweiwöchige Reise mit dem Traditionssegler geht, heißt es zunächst: lernen, lernen, lernen.

Nicht nur die Theorie des Segelns und die verschiedenen Arten der Manöver müssen die jungen Marinesoldaten verinnerlichen, auch die Abläufe an Deck, das Segelsetzen und -einholen müssen sitzen. Dafür ist im Hafen eine Woche Segelvorausbildung geplant, in der die Handgriffe wieder und wieder geübt werden.


Enge deutsch-Rumänische Zusammenarbeit

Ein rumänisches Besatzungsmitglied besteigt die Takelage

Die Takelage wird nur von den Rumänen betreten

Foto: Bundeswehr / Matthias Letzin

Unter dem wiederkehrenden Kommando „Hol weg!“ eines deutschen Ausbilders zieht eine Reihe von Kadetten an einem Seil, während die Blicke eines rumänischen Segeloffiziers zwischen den jungen Soldaten und der Takelage hin und her wandern. Schwerpunktmäßig sollen die deutschen Kadetten in der praktischen Seemannschaft, in Navigation und Wetterkunde geschult werden. In der Takelage selbst werden sie aber nicht arbeiten.

Doch nicht nur deutsche Offizieranwärter legen ihre volle Kraft in die Seile. Auf der „Mircea“ ziehen deutsche und rumänische Marinesoldaten wortwörtlich an einem Strang. Neben den rund 100 Soldaten der rumänischen Stammbesatzung werden auch 30 rumänische Kadetten auf der Reise ausgebildet. Und die Zusammenarbeit über alle Sprachbarrieren hinweg funktioniert gut.

Doch nicht nur deutsche Offizieranwärter legen ihre volle Kraft in die Seile. Auf der „Mircea“ ziehen deutsche und rumänische Marinesoldaten wortwörtlich an einem Strang. Neben den rund 100 Soldaten der rumänischen Stammbesatzung werden auch 30 rumänische Kadetten auf der Reise ausgebildet. Und die Zusammenarbeit über alle Sprachbarrieren hinweg funktioniert gut.

Der Leiter der Ausbildung Korvettenkapitän Riechelmann schaut in die Kamere für das Interview

Der Leiter der Ausbildung: Korvettenkapitän Riechelmann

Foto: Bundeswehr / Matthias Letzin

„Die Aufnahme war sehr herzlich und freundlich“, bemerkt Korvettenkapitän Christian Riechelmann. Als Ausbildungsstabsoffizier ist er nicht nur Vorgesetzter aller Deutschen an Bord, sondern auch der Chefausbilder für die deutschen Offizieranwärter. Die Zusammenarbeit mit den Rumänen funktioniert hervorragend und es herrscht ein sehr freundliches und professionelles Miteinander auf dem gesamten Schiff. Auch die baulichen Unterschiede zwischen der in Werft befindlichen deutschen „Gorch Fock“ und der „Mircea“ seien gering.

Große Vorfreude

Nicht nur für den erfahrenen Ausbilder ist die Zusammenarbeit mit den Rumänen ein nicht alltägliches und erfreuliches Erlebnis. Auch die junge Offizieranwärterin Vicky Stöpler berichtet vom harmonischen Miteinander an Bord. Als die deutschen Kadetten das erste Mal die „Mircea“ betraten, halfen die rumänischen Kameraden den jungen deutschen Soldaten sofort. Das Spannen der Hängematten, in denen die jungen Seeleute an Bord schlafen, sei mit etwas rumänischer Unterstützung ebenfalls schnell erledigt gewesen.

Der weibliche Seekadett Stöpler schaut für das Interview in die Kamera

Seekadett Stöpler freut sich auf die Seereise

Auf die kommende Reise, die am 11. August beginnt und über Lissabon, Gibraltar und Palma de Mallorca führt, freut sich Stöpler sehr. Trotz der Enge an Bord, mache ihr die Seefahrt Spaß. Dies habe sie in einem vorherigen Praktikum bei der Marine bereits für sich erkannt. Und die Vorfreude auf das Segeln – also die Seefahrt mit einem viel intensiveren Kontakt zu Wasser, Wind und Wetter – begeistert sie schon jetzt. Vor allem zeigt sich die junge Kadettin jedoch von der Teamarbeit beeindruckt. „Es sind wirklich alle gefragt, damit sich was bewegt“, merkt Stöpler an.

Nur wenig später bewahrheiten sich ihre Worte. Auf beiden Seiten des Schiffes stehen die jungen Kadetten beider Nationen in langen Reihen. Auf ein Kommando des Segeloffiziers hin, ziehen sie mit vollstem Körpereinsatz an einem Seil, während die Segel der „Mircea“ sich langsam entfalten: das Schiff und seine Besatzung sind bereit für die kommende Reise.


Autor: Caroline Lindner