• Neuer Inhalt
  • Zum Beratungsstellenfinder
  • Suche

Mach, was wirklich zählt.

Eine Soldatin mit Tarnschminke im Gesicht sitzt vor ihrem Rucksack im Wald.
Ein weiblicher Offizier sitzt am Schreibtisch und liest Gesetzestexte.

Bei schwierigen Fällen hilft auch mal der Blick ins Nachschlagewerk.

Foto: © Tobias Kliesing

Von der Anwältin zum Major - Für Lazarus geht ein Traum in Erfüllung.

Laura Lazarus wuchs in einer Soldatenfamilie in Ingolstadt auf. Ihr Vater, Stabsfeldwebel und Spieß, nahm sie ab und zu mit in die Kaserne. So hat Laura Lazarus früh gelernt, was Loyalität und Kameradschaft bedeutet. Daher war es nur eine Frage der Zeit, wann Lazarus sich beim Militär bewerben würde. Vor rund einem Jahr hat Lazarus sich dann ihren Traum erfüllt. Nach bestandenem Auswahlverfahren arbeitet die Volljuristin im Justiziariat der Personalführung der Offiziere beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw). Vier Monate dauerte ihre Probezeit. Dann musste Lazarus militärisch laufen lernen.

Ein Soldatin legt die Tarnschminke an.

Major Laura Lazarus „schminkt“ sich vor einer Geländeübung mit Tarnfarbe.

Foto: © Harry Funk

Major Laura Lazarus hört gerne Musik. Der Rhythmus und ihr großer Wunsch auch einmal Soldat zu sein, machten „In the army now“ zu einem ihrer Lieblingssongs. Sie hat es geschafft und arbeitet für das BAPersBw in Köln. Die Volljuristin ist jetzt Stabsoffizier mit der Befähigung zum Richteramt und sorgt beim Justiziariat BAPersBw III Z 4 für Gerechtigkeit. Eine ihrer vielfältigen Aufgaben ist die Bewertung von Eingaben der Soldaten. Täglich entscheidet die 35-Jährige über Beschwerden, indem sie diese von zwei Seiten betrachtet: militärisch und juristisch. Vor rund einem Jahr machte sich Major Laura Lazarus auf den Weg zur Luftwaffenkaserne in Roth, um ihre allgemeinmilitärische und militärfachliche Ausbil­dung zu absolvieren. „Ich habe mich durch zwei Staatsexamina durchgebissen. Da werde ich diese Herausforderungen auch schaffen“, so Lazarus vor der Abreise. Major Lazarus liest auch sehr gerne. Sie hat sich sogar, zur Vorbereitung auf ihre Grundausbildung, die Zentrale Dienstvorschrift „Allgemeine Grundausbildung D1-221/0-1“ vorgenommen. Dabei informierte sie sich vorab über militärische Pflichten und Rechten der Soldaten. „Klingt interessant, da werde ich noch einiges dazu lernen“, dachte sich die Juristin. Kaum in Roth angekommen, ging es gleich los. „Da musste ich mir erst einmal meinen Zopf richtig binden, denn der entsprach nicht den Vorschriften“, schmunzelt Lazarus noch heute.


Militärische Grundausbildung

In Roth lernte Lazarus den sicheren Umgang mit Gewehr und Pistole, damit sie beispielsweise allgemeine Wachaufgaben übernehmen kann. Sie lernte, wie sie ein Zelt aufbauen muss, wie sie sich im Gelände Essen zubereiten kann und bekam beigebracht, was sie über Hygiene in der Natur wissen muss. Zudem machte Lazarus eine Sanitätsausbildung. „Jetzt weiß ich, wie ich mit ersten Maßnahmen dabei helfen kann, jemandem das Leben zu retten“, sagt Lazarus.

Im zweiten Teil ihrer Grundausbildung wurden Lazarus unter anderem Grundsätze der „Inneren Führung“ vermittelt. Ebenso lernte sie, was die Bundeswehr von ihr als „Staatsbürger in Uniform“ erwartet. In der theoretischen Ausbildung ging es um Menschen- und Bürgerrechte und um die freiheitlich demokratische Grundordnung. Neben den verfassungsrechtlichen Grundlagen für einen Einsatz der Streitkräfte im In- und Ausland, lernte Lazarus unter anderem verschiedene Laufbahnmöglichkeiten sowie gesetzliche und versicherungsrechtliche Bestimmungen beim Militär kennen. „Vieles davon wusste ich freilich bereits, dennoch gab es das Eine oder Andere, was für mich neu war“, ergänzt der Major.


Ein Soldatin mit Halmtarnung während der Grunddausbildung im Wald.

Kaum wiederzuerkennen: Laura Lazarus bei der militärischen Grundausbildung im Gelände.

Foto: © Harry Funk

Fit für den Dienst

Neben der theoretischen Ausbildung wurde Major Lazarus für den militärischen Dienst auch körperlich fit gemacht. „Ich mache Yoga und bewege mich sehr viel. Durch die allgemeine Sportausbildung konnte ich meine Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit nochmals steigern. Besonders stolz war ich in dem Moment, als ich zum ersten Mal die Hindernisbahn überwinden konnte“, lächelt Lazarus.

Die allgemeine militärische Grundausbildung im Gelände ist kein Pappenstiel und wer bestehen will, der muss seinen inneren Schweinhund besiegen. Major Lazarus hat es geschafft. „Es war nicht immer ange­nehm, denn ich musste bewaffnet durch Schlamm kriechen, Gewässer mit Marschgepäck überqueren, über Baumstämme klettern oder durch dichte Sträucher kriechen“, beschreibt Lazarus ihre Geländeaus­bildung. „Aber ich habe gelernt, wie ich mich unter erschwerten Bedingungen im Gelände bewegen muss. Zudem konnte ich mich mit der Wirkung von Waffen vertraut machen.“


Ausbildung zum Offizier

Zwei Soldatinnen unter einer Zeltplane während der Grundausbildung.

Major Laura Lazarus (rechts) und Gefreiter (OA) Solvejg Ruhfaß bei der Geländeausbildung an der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck

Foto: © Harry Funk.

Kaum hatte Major Lazarus ihre Grundausbildung beendet, ging es mit der Ausbildung zum Offizier wei­ter. An der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck stand neben breitgefächerten theore­tischen Inhalten in einem praktischen Teil der Erwerb von persönlichen Kompetenzen im Fokus. „Da musste ich meine fachlichen Fähigkeiten und Kompetenzen beweisen, indem ich mit speziellen Situationen kon­frontiert wurde. Beispielsweise habe ich in der Rolle des Vorgesetzten gezeigt, dass ich in der Lage bin, Konfliktsituationen zu lösen“, so Lazarus. „Meine Ausbildung zum Offizier ist beendet. Das macht mich stolz. Jetzt folgt die Praxis“, ergänzt Laura Lazarus sichtlich erleichtert. Die Einstellung in die Laufbahn der Offiziere ist immer abhängig von der persönlichen Eignung und dem Personalbedarf der Bundeswehr. Zur Ausbildung des Offiziers zählt neben der militärischen und fachspezifischen Ausbildung regelmäßig auch ein vollwertiges Studium. Hinzu kommt eine verpflichtende Dienstzeit von mindestens dreizehn Jahren. Es geht aber auch anders, wie das Beispiel von Laura Lazarus zeigt.


Autor: Tobias Kliesing