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Mach, was wirklich zählt.

Kampfmittelabwehr höchster Technologie: der Roboter „TEODor“.

Kampfmittelabwehr höchster Technologie: der Roboter „TEODor“.

Foto: © Bundeswehr / Neidhardt

Frühjahrsputz in Altengrabow

Kampfmittelräumer bergen Munition und Munitionsteile und vernichten sie zum Teil bereits direkt vor Ort.

Altlasten: Ei- und Splitterhandgranaten werden durch zivile Kampfmittelräumer unschädlich gemacht.

Altlasten: Ei- und Splitterhandgranaten werden durch zivile Kampfmittelräumer unschädlich gemacht.

Foto: © Bundeswehr / impress pictures / Buddy Bartelsen

Es herrscht Stille auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow, 50 Kilometer östlich von Magdeburg. Kein Knallen auf den Schießbahnen, kein Rattern von schweren Fahrzeugen auf der Panzerringstraße. Nur ein leichter Wind rauscht in den Ohren. Auf dem Gelände wird nicht geübt, dennoch wird hier jeden Tag intensiv gearbeitet. 

Mit großen Baggern und einer sogenannten Separationsanlage birgt und entsorgt eine zivile Firma Kampfmittel. Auf dem ältesten Truppenübungsplatz in Deutschland werden heute noch Munition und Munitionsteile aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg geborgen.


In langen Bahnen durchpflügen die Arbeiter mit Großgeräten die Flächen. Bis zu zwei Meter tief graben sie dabei lagenweise ihre Baggerschaufel in den Boden, heben das Erdreich aus und schütten es in die Separationsanlage. Im nächsten Schritt durchsiebt eine Art Laufband das ausgegrabene Land. „Jeder noch so kleine Nagel wird dabei mit Magneten herausgefiltert“, erklärt Roland Gierke. Er ist ein Vertreter der Fachbauleitung und war früher selbst zwölf Jahre bei der Bundeswehr als Feuerwerker tätig.

Ingo Petzold ist der Räumstellenleiter vor Ort. Er ist seit 1989 in der Kampfmittelräumung beschäftigt und sagt: „Man muss sich selbst disziplinieren und auf jede Kleinigkeit am Boden achtgeben. Daran erinnere ich mich jeden Tag neu.“

Für die Beseitigung von Kampfmitteln aus Übungen der Bundeswehr sind hingegen die Schießsicherheitssoldaten der Truppenübungsplatzkommandantur zuständig. Heute muss ein über 40 Kilogramm schwerer Blindgänger einer Panzerhaubitze vernichtet werden. Dazu bringt Oberfeldwebel Tony Jura Hildebrandt 500 Gramm des Sprengstoffs PETN (Pentaerythrityltetranitrat) direkt an dem Geschoss an. In der Vorschrift werden Geschosse, die nach dem Verschießen nicht explodieren, „Blindgänger“ genannt. Sie sind so unberechenbar und gefährlich, dass sie nicht geborgen und entsorgt, sondern direkt vor Ort gesprengt werden. Hierzu verwendet er eine sieben Meter lange Anzündschnur. Ab jetzt hat der Feuerwerker 14 Minuten Zeit, den Gefahrenbereich zu verlassen. Hildebrandt wirkt gelassen. Er ist routiniert. „Wer beim Sprengen rennt, hat schon etwas falsch gemacht“, betont der Feuerwerker. Auf sein Kommando muss der Ort des Sprengens in einem Umkreis von mehr als einem Kilometer geräumt werden. „14 Minuten sind jetzt um!“, hallt der Warnruf von Oberleutnant Peter Blankenheim, Leitender des Sprengens, über die Heide. Alle schauen gespannt in dieselbe Richtung. Wenige Augenblicke später steigt eine große schwarze Rauchwolke auf. Sekunden zeitversetzt folgt dann der laute Knall. Der Blindgänger wurde erfolgreich vernichtet. Der Übungsplatz ist für die Truppe wieder ein Stück sicherer.