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Mach, was wirklich zählt. 

Die Wintererprobung im Panzer PUMA.

Die Wintererprobung im Panzer PUMA.

Foto: © Bundeswehr

Die Wehrtechnische Dienststelle 91 in Meppen 

Das Technologiezentrum für Waffen und Munition.

Die Erprobung von Munition mit der Feldhaubitze.

Die Erprobung von Munition mit der Feldhaubitze.

Foto: © Bundeswehr

Die Dienststelle des Wehrtechnischen Dienstes 91 (WTD 91) in Meppen ist spezialisiert auf die Untersuchung von Rohrwaffen aller Kaliber, Rohrwaffensystemen und entsprechender Munition, ballistische Messungen und Sprengstoffe.

Als Fachzentrum für Explosivstoffe und zentrale Munitionsüberwachung der Bundeswehr qualifiziert und bewertet sie militärische Sprengstoffe aus sicherheitstechnischer Sicht. Außerdem wird an der WTD 91 in den Bereichen Akustik, Optik und Optronik, Geoinformationswesen, Messtechnik und Pioniersonderinfrastruktur geforscht.

Spiegel deutscher Geschichte

Die WTD 91 ist aus gutem Grunde im Emsland stationiert: Die Firma Krupp hatte 1876  einen Schießplatz zur Erprobung der Heeres- und Marinegeschütze eingerichtet. Am 5. September 1877 fiel der erste Schuss aus einem 12-Zentimeter-Belagerungsgeschütz. In den folgenden Jahren wurden auf einer Fläche von 23 mal 4,5 Kilometern Geschütze, Kaliber und Kanonen jeglicher Art untersucht und erprobt. Auch das „Paris-Geschütz“ mit einer Reichweite von 128 Kilometern wurde hier entwickelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Platz von kanadischen Truppen besetzt und die vorhandenen Einrichtungen wurden zerstört oder demontiert.


Ein Sensortragebogen zur Gewinnung von Fahrzeugsignaturen.

Ein Sensortragebogen zur Gewinnung von Fahrzeugsignaturen.

Foto: © Bundeswehr

Sicherheit auch im Luftraum

Seit 1957 nutzt die Bundesrepublik Deutschland das Gelände in Meppen für die Untersuchung des Verhaltens von Geschossen und Flugkörpern. Neue und noch nicht in die Bundeswehr eingeführte Systeme werden hier erprobt. Zusätzlich kann der Luftraum bis rund 18.000 Metern Höhe gesperrt werden. Unter Berücksichtigung der Infrastruktur und des Gefahrenbereiches kann Munition bis zu einer Schussentfernung von 28 Kilometern erprobt werden. Auf dem Versuchsgelände ist ein eigenes Messverbundsystem installiert, welches die Ergebnisse zusammenführt und auswertet. 


Weltweit unterwegs, national vernetzt

Von Norwegen bis hin zu den Vereinigten Arabischen Emiraten: Die Mitarbeiter der WTD 91 sind zur Entwicklung und Prüfung der Gesamtsysteme aus Waffe, Munition und anderen Teilen nicht nur in Deutschland, sondern weltweit unterwegs.
Durch den Schützenpanzer Puma, der in das Heer eingeführt wird, arbeitet man auch eng mit der Wehrtechnischen Dienststelle für landgebundene Fahrzeugsysteme, Pionier- und Truppentechnik (WTD 41) in Trier, der Wehrtechnischen Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik (WTD 52) in Oberjettenberg und der Wehrtechnischen Dienststelle für Informationstechnologie und Elektronik (WTD 81) in Greding zusammen.
 


Ein Flare-Ausstoß vom TIGER in Rahmen von XAVER.

Ein Flare-Ausstoß vom TIGER in Rahmen von XAVER.

Foto: © Bundeswehr

XAVER schützt Flugzeuge und Hubschrauber

Im Oktober 2016 fand an der WTD 91 die Messkampagne XAVER in Zusammenarbeit mit der WTD 81 und WTD 52 statt. Ziel dieser Versuchsreihe ist die Optimierung des Schutzes von Flugzeugen, Hubschraubern und deren Besatzungen gegen Bedrohungen durch Lenkflugkörper mit Infrarotzielsuchköpfen.

Während der Messkampagne analysierten mehrere Messteams und mehr als 50 Ingenieure, Wissenschaftler und Techniker die Wirkung von Täuschkörpern. Unterschiedlichstes Fluggerät, vom Hubschrauber Tiger bis zum A400M, kam hier zum Einsatz.

Rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit in der WTD 91 tätig. Sie gliedert sich in den Stab, einen technisch-betrieblichen und einen wirtschaftlich-administrativen Servicebereich und in die vier Geschäftsbereiche. Mehr zu den Geschäftsbereichen der WTD 91 finden Sie hier:

Schwerpunkt des Geschäftsbereiches 200 ist die Messtechnik. Er erfasst, analysiert und dokumentiert beispielsweise die innenballistische Abläufe und Prozesse der Hochdruckverbrennung, die Abgangsballistik und das außenballistische Verhalten von Geschossen und Flugkörpern.

Im Geschäftsbereich 300 stehen Sicherheits- und Funktionsuntersuchungen an Munition, Zündern und Explosivstoffen im Mittelpunkt. Weitere Aufgaben sind die gesetzlichen Explosivstoffprüfungen, die zentrale Munitionsüberwachung und das Klassifizieren von Munition.

Die schießtechnischen Untersuchungen von Rohrwaffen aller Kaliber, Rohrwaffensystemen und entsprechender Munition gehören zum Aufgabenbereich des Geschäftsbereiches 400. Dazu zählen auch Aspekte der Ergonomie und Untersuchungen zum Schutz von mobilen Plattformen.

Im Geschäftsbereich 500 liegt der Schwerpunkt auf Simulation, Aufklärung und Sensorik. Hier werden sämtliche Erprobungs- und Untersuchungsaufgaben an optischen und optronischen Geräten durchgeführt und fachtechnische Aufgaben hinsichtlich der Erprobung und Beschaffung von akustischem Gerät bearbeitet. Ebenfalls zum Aufgabenspektrum gehören die Untersuchung und die Weiterentwicklung relevanter Aspekte der militärischen Simulation. Die technische Bewertung von Aufklärungsmitteln und das Bereitstellen von Signaturdaten runden die Aufgabenvielfalt ab.