• Neuer Inhalt
  • Zum Beratungsstellenfinder
  • Suche

Mach, was wirklich zählt.

Zwei Soldaten versorgen einen am Boden liegenden Soldaten
Ein Soldat bekommt einen orangenen Gummischlauch in ein Nsaenloch geschoben

Nicht angenehm, aber Teil der Ausbildung: Wendeltubus legen

Foto: © Bundeswehr / Pulpanek

Ausbildungs-Simulationszentrum Berlin: Der Weg zum Einsatzersthelfer Bravo

Bis zu 1.600 Soldaten pro Jahr werden unter realistischen Einsatzbedingungen am Ausbildungs- und Simulationszentrum in Berlin zum „Einsatzersthelfer Bravo“ aus- und fortgebildet. Hierbei werden vorrangig Heeressoldaten sanitätsdienstliche Kompetenzen vermittelt. Aber auch allgemeinmilitärische Themen, wie z.B. Schießausbildung und die Einsatzvorbereitende Ausbildung gehören zum Ausbildungsauftrag.

Eines von vier Ausbildungs-Simulationszentren (AusbSimZ) des Zentralen Sanitätsdienstes ist mit zwei Standorten in Berlin beheimatet und damit eine Besonderheit. In Kladow absolvieren die Soldaten innerhalb von vier Wochen Anteile der einsatzvorbereitenden Ausbildung: Schießausbildung und Gefechtsdienst. In einer Kaserne im Berliner Norden wird der Einsatzersthelfer Bravo geschult. „Gegenseitig Zugänge legen oder den Tubus in die Nase schieben. Für den ein oder anderen eine Überwindung, aber das ist eine der Grundtätigkeiten der Ersthelfer Bravo. Das sind einfache Atemwegssicherungen, die sie beherrschen müssen“, so Oberfeldarzt Stefan Koerber, Facharzt für Anästhesie und seit Juli 2015 Leiter des AusbSimZ in Berlin. „Für den Ersthelfer Bravo werden maßgeblich Heeressoldaten eingesteuert. Für viele ist es wie ein Ritterschlag, wenn sie zu uns kommen. Sie sind hochmotiviert, das zu machen.“, weiß der 42-jährige Mediziner. So trainierten auch drei Heeressoldaten aus Eutin ihren Kompetenzerhalt.

Nadeln unter die Haut

Gegenseitig stechen sich die Kameraden die Nadeln unter die Haut. Müssen peripher venöse Zugänge legen, sich den Wendeltubus durch die Nase und den Güdeltubus in den Mund schieben. Einer von ihnen ist Hauptfeldwebel Patrick Kulke. Er mimt in einem Szenario einen Verwundeten und wird vom Ausbilder, Feldwebel Dennis Michaelis, mit diversen Verletzungsmustern präpariert. Seine beiden Kameraden, Oberstabsgefreiter Looks und Hauptfeldwebel Unger, warten unterdessen auf ihren Einsatz als EH-B. Sie sind mit Notfallrucksack, Helm und Splitterschutzweste bepackt.


Care under fire!

Das Training Einsatzersthelfer B baut auf der Sanitätsausbildung Einsatzersthelfer A auf. Ein zweiwöchiger Grundlehrgang an einem Ausbildungssimulationszentrum befähigt „Nicht-Sanitätspersonal“, erweiterte Maßnahmen der Selbst- und Kameradenhilfe im Rahmen der Notkompetenz im Einsatz anzuwenden. Somit wird die Erstversorgung eines Verwundeten bis zur schnellstmöglichen Übergabe an das Sanitätspersonal ermöglicht. Danach müssen die Einsatzersthelfer Bravo einmal jährlich ihre Fähigkeiten beim Kompetenzerhalt auffrischen. Drillmäßig üben sie die Blutstillung, Atemwegssicherung mit Güdel-und Wendeltubus, Thoraxentlastungspunktion beim Spannungspneumothorax, aber auch die Behandlung von Bauch- und Beckenverletzungen sowie Verbrennungen sind Inhalt der Ausbildung.

Drill zum Einsatzersthelfer Bravo

So oder ähnlich kann es die Einsatzersthelfer Bravo im realen Einsatz ereilen und dann funktionieren sie. „Ich bin schon das fünfte Mal auf dem Lehrgang Kompetenzerhalt. Ich fühle mich sehr gut ausgebildet. Das gibt Sicherheit für den Ernstfall. Und von meinen beiden Kameraden hier würde ich mich retten lassen. Das haben sie super gemacht“, resümiert der Üb-Verletzte Kulke am Ende der Übung.

Einsatzausbildung

In Berlin-Kladow wird derzeit die Einsatzvorbereitende Ausbildung zur Vorbereitung der Teilnahme an der Einsatzlandspezifischen Ausbildung (ELSA) durchgeführt. Zudem werden Schießausbilder geschult und die taktische Verwundetenversorgung im Einsatz geübt. „Ob Fernmeldeausbildung, Counter-IED (Minen und Sprengfallen beseitigen) – hier wird sensibilisiert, in Gefahrensituationen in der Lage zu sein, schnell zu versorgen oder zu bergen“, fügt Koerber hinzu. In der Regel werde das zwei Wochen lang auf einem Truppenübungsplatz geübt, wovon eine Woche durchgängig Schießen sei.

Autor: Bianca Jordan