Mach, was wirklich zählt.

Ein Soldat verkabelt einen Serverschrank
Eine mobile Satellitenanlage der Bundeswehr auf einem Anhänger.

Die Satellitenschüssel der Bodenstation SatCom MK hat einen Durchmesser von 4,6 Metern.

Foto: © Bundeswehr / Steiz

Die Postboten der Daten

Die Hauptaufgabe der Fernmeldetruppe ist, die reibungslose Kommunikation der Streitkräfte im In- und Ausland zu gewährleisten. Dazu stellen die IT-Spezialisten sicher, dass Satellitenverbindungen und lokale Netze zuverlässig und schnell funktionieren. Wie wichtig das Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik ist, erklären die Soldaten vom Führungsunterstützungsbatallion 381 in Storkow.

Storkow ist eine Kleinstadt in Brandenburg, rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin. Hier ist das Führungsunterstützungsbatallion 381 beheimatet. Die Kommunikationsprofis stellen mit hochkomplexer Informationstechnik Datenverbindungen aller Art her: Systeme zur Übertragung von Satellitenverbindungen, klassischen Hochfrequenzfunk, das Bündelfunksystem "Tetrapol" und digitalen Richtfunk.


Zwei mal 36.000 Kilometer in einer Viertelsekunde

Eines der leistungsfähigsten Systeme der Fernmelder ist das SatCom MK - MK steht für Mehrkanal. Das Satellitenkommunikationssystem besteht aus einer großen Satellitenschüssel und einer auf einem LKW montierten Bodenstation. Die im Durchmesser 4,6 Meter große Satellitenschüssel liefert Daten von der Bodenstation an den Satelliten: In nur einer Viertelsekunde gelangt die Information dabei an den in 36.000 Kilometern Höhe befindlichen Satelliten und zum Empfänger.

Oberfeldwebel Bonk ist technikbegeistert und zeigt auf eine Satellitenschüssel

Begeistert sich schon immer für Technik: Oberfeldwebel Bonk

Foto: © Bundeswehr / Steiz


„Eine erstaunliche Übertragungsgeschwindigkeit", sagt der Oberfeldwebel Matthias Bonk, der das SatCom bedient. Der 27-jährige Fachinformatiker gehört zu den Kennern des Systems BSmM (Bodenstation mittels Multiband) ausgebildet. An der IT-Technik sei er schon immer interessiert gewesen, sagt Oberfeldwebel Bonk: „Wir gehören zu einer Generation, die mit der Informationstechnologie aufgewachsen ist - insofern stand bei mir schon sehr früh die Entscheidung fest, die IT-Schiene einzuschlagen."


Der Träger der Funkstelle ist Teil des digitalen Richtfunks

Der Träger der Funkstelle vom digitalen Richtfunk

Foto: © Bundeswehr / Steiz


Verbindung im Ausland - autark und ausfallsicher!

Sein Kamerad Hauptfeldwebel Michael Kolanek (35) hat sich auf ein anderes System spezialisiert: den digitalen Richtfunk. Das ist ein Funkdienst zum Datenaustausch zwischen zwei Funkstellen. Beim digitalen Richtfunk SK Klein - dem Modell, das Hauptfeldwebel Kolanek bedient - können diese Funkstellen bis zu 70 Kilometer voneinander stehen und die Verbindung sicherstellen. Die Antennen der Funkstellen werden bis auf 34 Meter Höhe ausgefahren, die Technik wird konfiguriert und voilà: Die Verbindung steht und die Information fließt.



Während das SatCom MK eine Verbindung zwischen der Bundesrepublik und dem Einsatzland herstellt und unterhält, wird der digitale Richtfunk überwiegend in den Auslandseinsätzen verwendet. „Diese Technik nutzen wir im Kosovo, in Afghanistan und auch in anderen Ländern. Wir können zum Beispiel das eine Lager mit einem anderen verbinden, ohne ein Kabel legen zu müssen", erläutert Hauptfeldwebel Kolanek.


Ausgefahren misst die Antenne des digitalen Richtfunks 34 Meter.

Die Antenne des digitalen Richtfunks ist 34 Meter hoch.

Foto: © Bundeswehr / Steiz

Der gelernte Kommunikationselektroniker und Truppfüherer weiß, warum diese Technik - obwohl 30 Jahre alt - immer noch eingesetzt wird: „Das System ist mobil und flexibel, es ist geländegängig, völlig autark und das Wichtigste: ausfallsicher. Ich habe in viereinhalb Monaten Einsatz in Mazar-e Sharif keinen einzigen Ausfall gehabt", sagt Hauptfeldwebel Kolanek, der im vergangenen Jahr in Afghanistan eingesetzt war. Seinen Hauptauftrag dabei beschreibt er so: „Wir sind wie die Postboten – wir schieben die Daten hin und her.“

 Erfahren Sie hier, wie Sie IT-Spezialist werden könnenLink öffnet sich in neuem Fenster.