Mach, was wirklich zählt.

Die Satelliten der Bundeswehr.
Hauptfeldwebel Vanessa Held ist die IT-Expertin in der Tomburg-Kaserne in Rheinbach.

Hauptfeldwebel Vanessa Held ist die IT-Expertin in der Tomburg-Kaserne in Rheinbach.

Foto: © Bundeswehr

Projekt: Weltweite Satellitenkommunikation

„Sogar den Mietvertrag für meine Wohnung in Deutschland habe ich in Mazar-e-Sharif unterschrieben“, erzählt Hauptfeldwebel Vanessa Held begeistert. Die IT-Expertin in der Tomburg-Kaserne in Rheinbach war mal wieder für längere Zeit zu IT-Arbeiten in Afghanistan. „Ich hatte einen Freund gebeten, eine Wohnung für mich in Deutschland zu suchen. Zum Glück hat die mir dann auch gefallen.“


Datentransfer muss global funktionieren und sicher sein

Auch so etwas ermöglichen die Satelliten der Bundeswehr. Vanessa Held ist seit 2010 als Serveradministratorin und Nutzerbetreuerin eine der wenigen Frauen am IT-Standort Rheinbach in der Voreifel. Sie hat maßgeblich am Aufbau der Infrastruktur des Afghanistan Mission Networks, kurz AMN, in Afghanistan mitgearbeitet. Das AMN ist ein Netzwerk, das 48 Länder, darunter die 28 NATO-Staaten, nutzen und das die Kommunikation unter den Partnern der ISAF-Mission verbessern soll. Bereits acht Einsätze hatte Hauptfeldwebel Vanessa Held am Hindukusch: Mal begleitet sie ein Kontingent für vier Monate, mal reist sie als IT-Spezialistin allein und bleibt dann vier bis acht Wochen, um ihre speziell geforderte IT-Expertise an den Mann zu bringen.

Ob Videostream von Aufklärungsdrohnen oder weltweit telefonieren: Über die Satelliten der Bundeswehr ist die ständige Verbindung in die Heimat gesichert.

Eine mobile Antenne für Einsatzgebiete.

Eine mobile Antenne für Einsatzgebiete.

Foto: © Bundeswehr

Kommunikation kennt kaum noch Grenzen

Ob aus dem Feldlager Mazar-e-Sharif inmitten der afghanischen Steinwüste oder von der Küste Somalias: Kommunikation kennt auch bei der Bundeswehr kaum noch Grenzen. Im Einsatz sind die Streitkräfte in der Lage, eigene geschützte IT-Infrastrukturen zu betreiben. Damit können sie weltweit telefonieren, elektronische Lagekarten mit eigenen und feindlichen Standortdaten erzeugen, das Internet nutzen oder Videostreams zum Beispiel der Aufklärungsdrohne Heron 1 in Afghanistan in Echtzeit bis nach Deutschland übermitteln.


So stellt man die ständige Funktion der Systeme sicher

Dafür, dass deutsche Soldatinnen und Soldaten an ihren Einsatzorten in aller Welt – auch per Satellit – miteinander vernetzt sind, sorgt eine zentrale Dienststelle: das Betriebszentrum IT-Systeme der Bundeswehr, kurz BITS. Es arbeitet an insgesamt 13 Standorten. Einer davon befindet sich im rund 20 Kilometer von Bonn entfernten Rheinbach in der Tomburg-Kaserne. Dort steht auch das vor Technik strotzende Network Operations Centre (NOC) Basis Inland. Herzstück ist ein breites Großraumbüro, in dem Rechner an Rechner in langen Reihen neben¬einander steht. Rund um die Uhr und weltweit überwacht das NOC-Personal das gesamte IT-System der Bundeswehr und kann auf Störungen sofort reagieren. Von hier aus werden die vor Ort eingesetzten IT-Spezialisten unterstützt.

Die Führung weiß, wie wichtig die IT ist und gewährleistet den Betrieb mit modernen IT-Systemen
Hüter der Signale.

Hüter der Signale.

Foto: © Bundeswehr


Um den enormen Datenfluss in die Einsatzgebiete technisch zu ermöglichen, betreibt das BITS zwei militärische Bodenstationen mit Großantennen, die auf zwei bundeswehreigene und einige kommerzielle Satelliten ausgerichtet sind. Die eine befindet sich bei Gerolstein in der Eifel, die andere in Kastellaun im Hunsrück. Die große Bodenstation Gerolstein, kurz BSg G, liegt auf 450 Meter Höhe rund 75 Kilometer westlich von Rheinbach. Fünf Antennen, drei große mit elf Meter Durchmesser und zwei mit 4,80 Meter Durchmesser, sind ins Weltall gerichtet. Sie übertragen Daten an die zwei geostationären Satelliten, die aus 36.000 Kilometer Höhe Signale in die Einsatzländer und wieder zurück nach Deutschland übertragen. Geostationäre Satelliten folgen der Erdumdrehung und bleiben so immer über demselben Punkt auf der Erde stehen.

Die Zuverlässigkeit der Systeme liegt mit 99,9 Prozent fast im perfekten Bereich

Überwacht und gesteuert wird die Technik der Gerolsteiner Bodenstation rund um die Uhr von IT-Spezialisten im Dienstgrad Unteroffizier mit Portepee. Die fachlichen Voraussetzungen für den Dienst sind anspruchsvoll: Eine elektrotechnische Ausbildung und breites Netzwerk- und Server-Wissen sind Voraussetzung, Erfahrung im Auslandseinsatz der Bundeswehr wichtige Ergänzung. Sie sorgen dafür, dass die Zuverlässigkeit der Systeme fast im perfekten Bereich liegt: 99,9 Prozent – darauf sind die Hüter der Signale zu Recht stolz!