Mach, was wirklich zählt.

Die bestehende IT-Kompetenz wird nachhaltig gestärkt und ausgebaut.
Auch die Bundeswehr ist Ziel von Angriffen aus dem Cyber-Raum.

Auch die Bundeswehr ist Ziel von Angriffen aus dem Cyber-Raum.

Foto: © Bundeswehr

Die digitale Entwicklung erfordert eine Neuausrichtung der IT

Gefahren drohen nicht mehr nur aus der Luft, vom Boden oder vom Meer, sondern auch aus dem World Wide Web. Potentielle Gegner können den Cyberraum als Kommunikationsmittel und als Angriffsfläche nutzen. In der so genannten „hybriden Kriegsführung“ haben IT-Attacken reale Folgen: Angriffe auf kritische Infrastruktur wie Stromversorgung oder Kommunikationsnetze können die Handlungsfähigkeit eines Staates empfindlich stören, die Wirtschaft beeinträchtigen oder die Gesellschaft schlimmstenfalls komplett lahmlegen.

Angriffsversuche über das Internet auf Ministerien, Bundesbehörden und die Streitkräfte sind inzwischen alltäglich. Die Informations- und Computersysteme der Bundeswehr, aber auch komplexe Waffensysteme wie der Eurofighter, in dem rund 80 Hochleistungsrechner verbaut sind, werden zu potenziellen Zielscheiben für Hacker. Das zeigt: Neue Bedrohungen aus dem Cyberraum erfordern auch neue IT-Strukturen bei der Bundeswehr, neue Karrierepfade und Weiterbildungsmöglichkeiten für qualifiziertes IT-Personal.

Die Bundeswehr ist auf diesem Gebiet bereits gut aufgestellt
Modernste Überwachungssysteme zum Schutz der Handlungsfähigkeit.

Modernste Überwachungssysteme zum Schutz der Handlungsfähigkeit.

Foto: © Bundeswehr

Die IT-Spezialistinnen und IT-Spezialisten der Bundeswehr verfügen bereits über große Expertise. Sie betreuen z. B. die IT-Infrastrukturen der Bundeswehr, die die Grundlage für Führung und Durchführung von Einsätzen weltweit sowie für die Steuerung modernster Waffen-, Überwachungs- und anderer Computersysteme bilden. Dabei steht der Bundeswehr jährlich ein Budget von über eine Milliarde Euro für die IT zur Verfügung, auch zur Stärkung zukunftsorientierter Bereiche. Um den bestehenden Gefahren entgegenwirken und die Möglichkeiten für eigene Einsätze optimal nutzen zu können, will die Bundeswehr die bestehenden Bereiche bündeln, verzahnen und umstrukturieren.  

Die Ziele sind klar gesetzt – Ergebnisse bis Frühjahr 2016
Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder leitet den Aufbaustab zum neuen Organisationsbereich IT.

Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder leitet den Aufbaustab zum neuen Organisationsbereich IT.

Foto: © Bundeswehr / Twardy


Unter der Leitung von Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder erarbeitet ein Aufbaustab den Fahrplan für 2016, um alle IT-Kompetenzen in dem neuen, zentralen Organisationsbereich „Cyber- und Informationsraum“ zusammenzuführen. Im Ministerium wird die Expertise in einem eigenständigen Organisationselement „Cyber/IT“ zusammengeführt. Alle IT-Aktivitäten werden zudem unter ein neues Kommando für Cyber und IT gestellt.
Damit wird auch ein zentraler Ansprechpartner für die Cyberkommandos von Bündnispartnern und für alle anderen Ressorts der Bundesregierung, z. B. das Bundesministerium des Inneren, geschaffen. Auch die Prozesse für IT-Beschaffung, materiell wie personell, sollen beschleunigt werden.

IT-Sicherheit erfordert IT-Experten

Die bestehende IT-Kompetenz soll nachhaltig gestärkt und ausgebaut werden. Für die Soldatinnen und Soldaten sowie die Angestellten der Bundeswehr bringt die Entstehung des neuen Organisationsbereichs neue Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. So sollen auch erste Lösungen für die zukünftige Personalentwicklung erarbeitet werden. Daneben gibt es Vorschläge zu einem neuen Studiengang für Cybersicherheit. Aber auch die Entwicklung von Fachkarrieren im Bund und der Aufbau einer Cyberreserve werden in den Blick gefasst. Damit bietet die neue Organisation des IT-Bereichs auch die Chance, mitzugestalten und etwas zu bewegen – mit dem Auftrag, Deutschlands Freiheit auch im Cyberraum zu verteidigen.