Mach, was wirklich zählt.

Selbstständiges Fahren oder fernsteuern – der TULF ist bestens ausgerüstet.
Der TULF verfügt über hochsensible Sensoren und flexible Erweiterungsmöglichkeiten.

Der TULF verfügt über hochsensible Sensoren und flexible Erweiterungsmöglichkeiten.

Foto: © Bundeswehr

TULF – „Technologieträger Unbemanntes Landfahrzeug“

Seit Jahren forscht die Bundeswehr an Automobilen, die auch ohne Fahrer selbstständig ihren Weg finden. Mit dem „Technologieträger Unbemanntes Landfahrzeug“ – kurz: TULF – wurde diese Fähigkeit, das autonome Fahren, in einem militärischen Fahrzeug integriert.


Der TULF ist ein Alleskönner

Der TULF kennt mehrere Fahrmodi: Er kann beispielsweise ganz „normal“ von einem Fahrer gefahren werden. Dann helfen verschiedenen Radare und Kameras, um das Steuern und Rangieren mit dem fast 10 Meter langen und 27,5 Tonnen schweren Fahrzeug zu erleichtern. Manuell gesteuert kommt der TULF auf eine maximale Geschwindigkeit von 90 km/h. Bei Bedarf, zum Beispiel in Gefahrensituationen oder Gefahrengebieten, kann der TULF auch ferngesteuert werden. Der Leitstand zur Steuerung der Funktionen wird vorher vom TULF abgetrennt und innerhalb der Funkreichweite aus sicherer Entfernung bedient. Per „Teleoperation“, gesteuert über Force-Feedback-Lenkrad und Touch-Screen-Monitoren, ist dann eine Spitzengeschwindigkeit von 50 km/h möglich. Außerdem kann er auf zwei Arten selbstständig fahren: Zum einen kann er einem vorausfahrenden Fahrzeug folgen, zum anderen anhand von vorgegebenen Koordinaten eine Strecke abfahren. 


Selbstständig von A nach B
Die Wegpunktnavigation im TULF wird mit Koordinaten vor der Fahrt festgelegt.

Die Wegpunktnavigation im TULF wird mit Koordinaten vor der Fahrt festgelegt.

Foto: © Bundeswehr

Eine Art Wegbeschreibung genügt dem TULF, um ohne Fahrer und ohne Fernbedienung zu einem festgelegten Ziel zu fahren, dank der sogenannten „Wegpunktnavigation“. Startpunkt, Route und Ziel werden mit Koordinaten im System gespeichert und abgefahren. Doch das ist noch nicht alles: Mögliche Hindernisse auf der geplanten Route, wie etwa Steine oder Bäume, werden dank der vielen Sensoren frühzeitig erkannt und umfahren. So wird eine Kollision verhindert. 

Der TULF kann in seinem Folge-Modus auch „Kolonne fahren“. Kameras und Laser erfassen dazu das vorausfahrende Fahrzeug – und das trotz seiner Tarnfarbe. Die Daten werden so genau erfasst, dass auch äußere Einflüsse wie Kurven, Steigungen oder die tiefstehende Sonne die Laser nicht beeinflussen und der TULF weiter spurgetreu und zuverlässig folgt.

Wenn der TULF selbstständig fährt, erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h.


Die Ausstattung und technische Fakten des TULF
Der Leitstand im TULF mit Force-Feedback-Lenkrad und Touch-Screen-Monitoren.

Der Leitstand im TULF mit Force-Feedback-Lenkrad und Touch-Screen-Monitoren.

Foto: © Bundeswehr

Seit 2016 gehören ROS (Robot Operating System) für die einwandfreie Kommunikation der einzelnen Systemkomponenten untereinander und NVGA (Nato Generic Vehicle Architecture) für schnelle Updates mit zur Ausstattung. Damit der TULF auch in Zukunft weiterentwickelt werden kann, sind alle Systeme flexibel erweiterbar und wurden als sogenannte „Integrationsplattform“ mit modularen Systemen ausgestattet. Die nächsten Ziele: Das autonome Fahren bei Dunkelheit oder in Kolonnen mit mehreren unbemannten Fahrzeugen!


Die Ausstattung im ÜberblickDie Leistungsdaten im Überblick
  • 10 Fahrkameras
  • 2 Velodyne HDL-32E 3D-Laserscanner
  • 8 Umfeldradare
  • 2 Abstandsradare
  • IR-Kamera
  • GPS-Empfänger
  • Inertialsensor
  • 10 Steuerungs- und Auswerterechner
  • Drive-by-Wire Kit
  • Force-Feedback-Lenkrad
  • Touch-Screen-Monitore
  • Funkverbindung zwischen Leitstand und mobiler Plattform
  • Abmessungen (LxBxH): 9,51 m x 2,55 m x 3,32 m
  • Gewicht / Zuladung: 27,5 t / 9 t
  • Max. Steigung: 40°
  • Motorisierung: 10,5 l Hubraum
  • 6-Zylinder Turbodiesel
  • 440 PS bei 1900 U/min
  • 2100 Nm