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Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin.
Das Thema Raumfahrttechnik hat traditionell einen hohen Stellenwert auf der ILA

Das Thema Raumfahrttechnik hat traditionell einen hohen Stellenwert auf der ILA

Foto: © Bundeswehr/ Bundeswehr

Die Weltraumspäher

Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin geht es neben der Luftfahrt auch um den Weltraum. Das Weltraumlagezentrum (WRLageZ) im niederrheinischen Uedem war ebenfalls vertreten. Es wird gemeinsam von der Luftwaffe und dem Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt betrieben. Sie überwachen rund um die Uhr alle erdnahen Objekte im All und geben gegebenenfalls Kollisionswarnungen heraus.

Metallteile oder herrenlose Satelliten – der Weltraumschrott

Zum Teil noch aus den Anfängen der Raumfahrt schwirren alle möglichen Teile und sogar ganze Satelliten, zu denen der Kontakt verloren ging, im Orbit herum. Dabei kann eine Kollision mit einem kleinen Stück Weltraumschrott schon verheerende Auswirkungen haben. Das zeigen eindrucksvoll Metallplatten, die die Mitarbeiter des WRLageZ mit auf die ILA gebracht haben.

Alle Teile im erdnahen Weltraum, die größer sind als zehn Zentimeter, stehen nummeriert in einem Objektkatalog. Aus diesem „Fahrplan“ geht hervor, wann, wo und wie nah sich die Teile möglicherweise einem anderen Satelliten nähern oder ob sie sogar mehr oder weniger verglüht in die Erdatmosphäre eindringen.


Warnung vom Niederrhein

Für diese Objekte interessieren sich Satellitenbetreiber, denn die müssen gegebenenfalls Ausweichmanöver für ihre Himmelskörper in Betracht ziehen. Die umherfliegenden Teile bewegen.

sich mit einer Geschwindigkeit von acht Kilometer pro Sekunde. Bei einem drohenden Absturz über Deutschland, erhält das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine Wiedereintrittsvorhersage mit der Angabe von Zeit und geografischer Zone. Ähnliches gilt, wenn Einsatzgebiete der Bundeswehr betroffen sind oder das Weltraumwetter Navigationssatelliten verwirrt.

„Drei Tage vor einem Eintritt beginnen wir zu analysieren. 24 Stunden vorher können wir dann Zeit und Ort des Aufschlages ziemlich genau vorhersagen“, berichtet Uwe Wirt, ziviler Dezernatsleiter Betrieb im WRLageZ. So erwarten die Experten in den nächsten Monaten den Absturz des chinesischen Satelliten Tiangong 1, zu dem die Raumfahrtbehörde der Volksrepublik jeglichen Kontakt verloren hat.

An drei Metallplatten wurde eindrucksvoll demonstriert, welche Schäden bereits kleinste Teile im Weltall verursachen können

An drei Metallplatten wurde eindrucksvoll demonstriert, welche Schäden bereits kleinste Teile im Weltall verursachen können

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr


Junge Leute sind begeistert

 Das Feedback der Messebesucher war positiv. Gerade jüngere Besucher interessieren sich für die verschiedenen Studiengänge der Bundeswehr in den Bereichen Luft- und Raumfahrttechnik sowie Informatik. „Unsere Studienmöglichkeiten bieten eine gute Voraussetzung, um in unser spannendes und hochwissenschaftliches Thema Weltraum einzusteigen“, so Major Patrick Strohmeier, Dezernatsleiter Grundlagen und Weiterentwicklung des WRLageZ.

Auch im kommenden Jahr wird das Weltraumlagezentrum wieder auf der ILA vertreten sein.