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Die Sportförderung der Bundeswehr.

Die Sportförderung der Bundeswehr

In Deutschland ist die Hochleistungssportförderung von großem Interesse, denn die Erfolge deutscher Athletinnen und Athleten bei internationalen Wettbewerben prägen das Bild unseres Landes in der Welt. 

Die Bundeswehr ist dabei einer der größten Förderer des Hochleistungssports. Sie gewährleistet optimale Rahmenbedingungen für die leistungssportliche und berufliche Laufbahn der geförderten Spitzensportlerinnen und Spitzensportler. Alle Spitzenverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) profitieren von der Spitzensportförderung der Bundeswehr.

Seit wann und wozu gibt es die Sportförderung der Bundeswehr?

Die Entstehung

Im Mai 1968 hat der Deutsche Bundestag von der Bundesregierung gefordert, „zur Förderung von Spitzensportlern bei der Bundeswehr Fördergruppen einzurichten, die so weit wie möglich an Leistungszentren der Sportverbände angelehnt werden sollten“

Daraufhin wurden im Jahr 1971 erstmalig „Regelungen für die Spitzensportförderung in der Bundeswehr“ herausgegeben. Heute werden der Deutsche Olympische Sportbund und die Spitzensportverbände sowie aktuelle Rahmenbedingungen in der Zentralvorschrift „Spitzensportförderung der Bundeswehr“ berücksichtigt.


Diese Ziele verfolgt die Sportförderung

  • die Repräsentanz Deutschlands bei internationalen Wettkämpfen (z.B. Europa-, Weltmeisterschaften, Olympische Spiele)
  • die Chancengleichheit der deutschen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern gegenüber Sportlern anderer Staaten
  • die Vereinbarkeit von sportlicher Laufbahn und Berufsausbildung für Sportlerinnen und Sportler für ein angemessenes Berufsleben nach ihrer sportlichen Karriere

Wer wird gefördert?

Die Spitzensportförderung der Bundeswehr ist in erster Linie eine Förderung der im DOSB organisierten Spitzenverbände. Die Aufnahme von Athletinnen und Athleten in die Förderung erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Olympische Spitzenverbände bzw. Sportarten: Top-Athleten des DOSB oder Spitzenverbände für Olympische Spiele sowie Angehörige deutscher Nationalmannschaften (Bundeskader A, B, C und D/C)
  • Nichtolympische Spitzenverbände bzw. Sportarten: Angehörige deutscher Nationalmannschaften (Bundeskader A, B, C)

Wer ist für das Auswahlverfahren zuständig?

Der zuständige Spitzenverband – in der Regel der jeweilige Bundestrainer – beantragt über den DOSB die Aufnahme seiner Spitzensportlerinnen und Spitzensportler in eine Sportfördergruppe. In Personalplanungsgesprächen wird über die Aufnahme in die Spitzensportförderung entschieden.

Welche Ausbildungen absolvieren die Spitzensportler?

Spitzensportlerinnen und Spitzensportler werden als Freiwillig Wehrdienstleistende für 11 Monate eingestellt. Sie absolvieren eine spezielle Grundausbildung für Spitzensportler an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover und werden im Anschluss in die für sie vorgesehene Sportfördergruppe versetzt.

In den Sportfördergruppen erfolgt dann eine bedarfsgerechte Aus-, Fort- und Weiterbildung in den militärischen Grundfertigkeiten. Dabei hat das leistungssportliche Training sowie die Vorbereitung auf Wettkämpfe und die Wettkampfteilnahme Priorität.


Das Dienstverhältnis der Spitzensportler bei der Bundeswehr

Spitzensportlerinnen und Spitzensportler können auch zu Soldaten auf Zeit werden. Eine Weiterverpflichtung über das Dienstverhältnis von 2 Jahren hinaus ist von der soldatischen Eignung sowie der Befürwortung des Spitzenverbandes und des DOSB abhängig. Zudem müssen die Sportlerinnen und Sportler an einer Feldwebelausbildung teilnehmen. Die Ausbildung wird, wo immer möglich, mit dem internationalen Wettkampfkalender abgestimmt. Auch die Ernennung zum Berufssoldaten ist grundsätzlich möglich.

Erfüllen Spitzensportlerinnen bzw. Spitzensportler die Voraussetzungen für den Verbleib in der Spitzensportförderung der Bundeswehr nicht mehr, werden sie in die Truppe versetzt und dort entsprechend ihrer militärischen Ausbildung und ihres Dienstgrades eingesetzt.

Welche Möglichkeiten bietet die „duale Karriere“?

Die „Duale Karriere“ besteht aus einer aufeinander abgestimmten Ausübung des Spitzensports, der militärischen Laufbahnausbildung sowie einer zivilverwertbaren Berufsförderung. Gemeinsames Ziel der Bundeswehr und des DOSB ist die Vereinbarkeit von Spitzensport und Beruf.

Schwerpunkt ist zunächst das ungestörte Training zum erfolgreichen Absolvieren von Wettkämpfen. Parallel dazu stehen qualifizierende Aus-, Fort- und Weiterbildung zur Verfügung sowie die Möglichkeit, eine leistungssportgerechte Ausbildung bzw. ein Studium mit individuell angepassten Präsenzphasen aufzunehmen.

So sind grundlegende Voraussetzungen gegeben, um die Lebensplanung nach der Sportkarriere zu gestalten.

Wie setzen sich die Sportfördergruppen zusammen?

Deutschlandweit gibt es 15 Sportfördergruppen, auf die die Athletinnen und Athleten aufgeteilt sind. Zwei davon sind derzeit ausschließlich den Militärsportarten vorbehalten. Die Standorte der Sportfördergruppen liegen im Einzugsbereich von Olympiastützpunkten (OSP) und Leistungszentren.

Wie viele Förderplätze gibt es?

Derzeit werden 744 und Spitzensportlerinnen und Spitzensportler (243 Frauen, 501 Männer; einschließlich Trainer) aus den olympischen und nichtolympischen Sportarten gefördert (Stand April 2016). Diese Förderplätze ergeben sich aus den hierfür bereitgestellten Ressourcen und werden in Förderkontingente für olympische und nichtolympische Spitzenverbände aufgeteilt.

Zudem fördert die Bundeswehr bis zu 40 Soldatinnen und Soldaten in den Militärsportarten Militärischer und Maritimer Fünfkampf sowie Fallschirmsportspringen. Darüber hinaus stehen 43 Dienstposten für das notwendige Führungs- und Stammpersonal in den Sportfördergruppen zur Verfügung.

Wie werden die Disziplinen unterteilt?

Es gibt olympische, paralympische und nichtolympische Disziplinen.

Aktuell werden 62 Spitzenverbände (34 olympische und 28 nichtolympische) mit insgesamt rund 85 Sportarten (davon 60 olympisch und 25 nichtolympisch) gefördert. Die Förderung olympischer Spitzenverbände bzw. Sportarten hat dabei Priorität.

Trainer und Physiotherapeuten in der Sportförderung

Die Bundeswehr unterstützt die Traineroffensive des DOSB durch Förderplätze für Trainerinnen und Trainer. Dabei handelt es sich um eine mögliche Anschlussverwendung für ehemalige Spitzensportlerinnen und Spitzensportler der Bundeswehr.

Die Besetzung erfolgt nur, wenn die Trainerlizenz an der Trainerakademie Köln nachgewiesen wird und die Übertragung von Bundesaufgaben durch den jeweiligen Spitzenverband erfolgt ist. Werden die Bundesaufgaben entzogen, endet auch die Spitzensportförderung der Bundeswehr.

Sportartenübergreifend können auch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Förderplätzen eingesetzt werden.